Belgien hat rund vierzig Personen aus dem Gazastreifen evakuiert. Das gab das belgische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten bekannt. Die Gruppe der Evakuierte, die hauptsächlich aus Kindern besteht, kam am Donnerstagabend an. Die rund vierzig Personen wurden am Mittwoch aus Gaza nach Jordanien gebracht, von wo aus sie nach Belgien ausgeflogen wurden. Zudem protestiert der belgische Außenminister bei Israels Botschafterin in Brüssel gegen die Pläne, Gaza ganz zu besetzen.
Belgien evakuiert rund vierzig Personen, vor allem Kinder, aus dem Gazastreifen und protestiert gegen die geplante Besetzung von Gaza-Stadt
Etwa 500 Personen stehen auf der Evakuierungsliste unseres Landes. Dabei handelt es sich um belgische Staatsbürger und um anerkannte Flüchtlinge - Menschen mit einem gültigen Visum oder einer Aufenthaltsgenehmigung für Belgien. Darüber hinaus haben auch die Partner und Kinder von Belgiern Anspruch auf Hilfe der belgischen Regierung bei der Evakuierung.
Seit Beginn der israelischen Angriffe im Gazastreifen hat Belgien bereits mehrere Evakuierungen organisiert. Das Außenministerium verfügt derzeit noch nicht über Informationen zu weiteren Evakuierungsrunden. Die Behörde setze sich weiterhin dafür ein, „dass auch andere ausgewählte Berechtigte, die sich noch im Gazastreifen befinden, die Region verlassen können“, heißt es dazu von Seiten des Außenamtes.
Außenminister Prévot stellt israelische Botschafterin zur Rede
Belgiens Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) hat bekannt gegeben, dass er die israelische Botschafterin in Belgien, Idit Rosenzweig-Abu, nach der Ankündigung des Plans der israelischen Regierung, die Stadt Gaza zu besetzen, einbestellt hat. Prévot erklärt, dass er „unsere totale Ablehnung dieser Entscheidung, aber auch der Fortsetzung der Kolonisierung” durch Israel in den palästinensischen Gebieten zum Ausdruck bringen möchte.
Es gehe jetzt darum, „nachdrücklich für eine Rücknahme dieser Pläne einzutreten”, fügt er in einer Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur Belga hinzu. „Obwohl es legitim ist, die Terrororganisation Hamas vernichten zu wollen, darf dies nicht durch unverhältnismäßige Operationen geschehen, die die ohnehin schon sehr lange Liste palästinensischer Zivilopfer noch weiter verlängern werden”, so Prévot.
