Die Stadtverwaltung des Badeorts Nieuwpoort an der belgischen Nordseeküste zeichnet posthum den Seemann Hendrik Geeraerd mit der Ehrenbürgerschaft aus. Der Schiffer hatte im Oktober 1914 die Schleusen rund um Nieuwpoort geöffnet und mit den so freigemachten Wassermassen der Ijzer den Vormarsch der deutschen Truppen erheblich verzögert.
Nieuwpoort ehrt posthum Schiffer Hendrik Geeraert, der im Ersten Weltkrieg die Schleusen öffnete
Dadurch wurde der einfache Seemann zu einem der ersten Helden des Großen Krieges, wie der Erste Weltkrieg hier auch genannt wird. Durch die Öffnung der Schleusen und die dadurch entstandene Überflutung des Flachlandes rund um die Ijzer und ihre Nebenflüsse konnte die belgische Armee ihre entscheidenden Stellungen beibehalten.
Hendrik Geeraert starb vor genau 100 Jahren und deshalb fand Nieuwpoort dieses Datum passend, um ihn mit der Ehrenbürgerschaft auszuzeichnen. Dazu gehörten auch ein Musiktheater, dass seine Geschichte erzählte, sowie eine Ausstellung und Lesungen.
Doch der Höhepunkt war die Anerkennung der Ehrenbürgerschaft für ihn. Bei der Zeremonie waren 35 Familienmitglieder von Geeraert zugegen, von denen einige aus dem benachbarten Frankreich angereist waren.
„Mit dieser posthumen Ehrenbürgerschaft geben wir Geeraert die höchste Auszeichnung unserer Stadt“, sagte Nieuwpoorts Bürgermeister Kris Vandecasteele (CD&V) dazu: „Es ist etwas ganz Besonderes, dass wir das in Anwesenheit von so vielen Verwandten und Nachkommen tun können.“ Hendrik Geeraert eroberte mit seinen Heldentaten die Geschichtsbücher der Stadt und die Herzen seiner Mitbürger, so der Bürgermeister: „Mit dieser Anerkennung zeigen wir unsere Dankbarkeit und unseren Respekt.“
