Der Zoo von Antwerpen hat seit Kurzem eine einzigartige Tierart dazugewonnen. Es handelt sich um eine Kolonie Nacktmulle. Sie sind völlig kahl und haben eine rosafarbene, runzelige Haut, schwarze Knopfaugen und große Grabzähne. An der Spitze steht eine Königin.
Die Nacktmulle sind einzigartige Tiere aus Ostafrika. „Sie sind nicht die Schönsten, aber sehr interessant. Sie sehen ein bisschen aus wie rosa wandelnde Würstchen mit Beinchen und langen Schneidezähnen“, erklärt Pflegerin Anke Rossaert. „Die Tierchen haben kein Fell. Nur an ihrer Schnauze und am Schwanz haben sie ein paar Tasthaare, denn mit ihren Knopfaugen sind sie fast völlig blind.“
Die Nagetiere leben als einzige Säugetiere in einer hierarchischen Gruppenstruktur, ähnlich wie Bienen und Ameisen. „Eine Königin steht an der Spitze, und sie ist die Einzige, die sich fortpflanzen kann. Sie sondert über den Urin einen Stoff ab, durch den die anderen Weibchen der Kolonie unfruchtbar werden. Stirbt die Königin, entsteht ein Kampf unter allen Weibchen, um die neue Königin zu werden. Das ist ein Kampf auf Leben und Tod.“ Die anderen Mitglieder der Kolonie haben ebenfalls eine bestimmte Aufgabe, vom Tunnelbauer über den Reiniger bis hin zum Nahrungsversorger.
Auch sind die Nacktmulle wissenschaftlich hochinteressant. „Sie können keinen Krebs bekommen und werden deshalb von Wissenschaftlern intensiv erforscht. Vielleicht finden sie dank ihnen eine Lösung gegen Krebs in der Humanmedizin.“
Selbstgebautes Tunnelsystem
„Als Pfleger freuen wir uns sehr über diese neue Tierart. Einer unserer Kollegen hat sogar das Tunnelsystem für die Tiere gebaut“, erzählt Rossaert. „Er ist in seiner Freizeit Künstler und hat sich an diese Aufgabe gewagt. Im Moment sind die Gänge noch nicht zerstört, also hoffen wir, dass das so bleibt, denn diese Nagetiere können sogar durch Beton nagen.“
