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Belgische Bahn verkauft ikonisches Flandria Palace Hotel in Gent

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB will das denkmalgeschützte Flandria Palace Hotel am Bahnhof Gent-Sint-Pieters verkaufen. Das monumentale Gebäude, das mehr als ein Jahrhundert lang als Bürogebäude diente, hat eine bewegte Geschichte, die bis zur Weltausstellung von 1913 zurückreicht.

Jens Van Reet
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Das Flandria Palace wurde 1912 eigens für die Genter Weltausstellung errichtet. Mit seinen 600 Zimmern sollte das Hotel internationale Gäste beherbergen.

Der Bau im Beaux-Arts-Stil mit Jugendstilelementen wurde strategisch gegenüber dem damals neu eröffneten Bahnhof Gent-Sint-Pieters platziert – einem Symbol des städtebaulichen Aufbruchs. Der Bahnhof ersetzte das alte Südbahnhof und wurde 1913 zum neuen Eingangstor der Stadt.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter.)

Das Hotel kurz nach seiner Errichtung

Erster Weltkrieg: Vom Luxushotel zum Lazarett

Der Erste Weltkrieg bedeutete eine dramatische Wendung: Das Hotel wurde von der deutschen Besatzung beschlagnahmt und in ein Militärlazarett umgewandelt.

Nach Kriegsende kehrte es nie mehr zu seiner ursprünglichen Funktion zurück. Stattdessen wurde es 1924 von der SNCB übernommen und fortan als Verwaltungsgebäude genutzt.

Das Hotel als Lazarett

Pionierarbeit im Keller 

Ein bedeutendes Kapitel schrieb sich 1926 im Untergeschoss des Gebäudes, als Professor Gustave Magnel dort das erste belgische Labor für Stahlbeton einrichtete. Seine bahnbrechenden Versuche legten den Grundstein für Innovationen im Bauwesen – sowohl im Dienst der Bahn als auch der Industrie.

1931 wurde das Labor in die Universität Gent integriert, wo es zur Keimzelle für zahlreiche Entwicklungen im Betonbau wurde.

Gustave Magnel

Denkmalgeschützt seit 1995

Seit 1995 steht das Flandria Palace unter Denkmalschutz und ist als schützenswertes Baukulturerbe eingetragen. Jede künftige Nutzung muss daher die historische Substanz und Bedeutung des Gebäudes respektieren.

Die NMBS nutzte das Gebäude jahrzehntelang für verschiedene Verwaltungsdienste. Nun wird ein Käufer gesucht, der dem historischen Komplex eine neue, sinnvolle Funktion gibt. Vorgeschlagen wird eine gemischte Nutzung aus Hotel und Büros – unter Berücksichtigung der Denkmalschutzauflagen. Zwar gilt in der Genter Innenstadt ein Hotelmoratorium, doch der Standort liegt außerhalb der betreffenden Zone, was eine Umnutzung zum Hotel ermöglicht.

Das Gebäude umfasst das Erdgeschoss, vier Obergeschosse und ein Untergeschoss mit insgesamt rund 6.800 Quadratmetern Fläche. Der Mindestpreis beträgt 4.250.000 Euro. Interessierte Käufer können zu zwei festgelegten Terminen eine Besichtigung vereinbaren. Gebote sind bis zum 14. November möglich.

Heutige Nutzung durch die NMBS

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