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Flame Glenn Martens tritt Nachfolge von Galliano bei Maison Margiela an

Für Glenn Martens und für die belgische Modewelt überhaupt war der 9. Juli ein ganz besonderer Tag. Der renommierte Designer aus Brügge präsentierte am Abend seine allererste Kollektion für das Modehaus Maison Margiela auf der Pariser Fashion Week. Der 42-Jährige stieg auf Anhieb mit einer Haute-Couture-Kollektion in die Fußstapfen des legendären Couturiers John Galliano.

Martina Luxen
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Für Martens, der erst vor sechs Monaten zum Kreativdirektor des französischen Luxuslabels mit belgischen Wurzeln ernannt wurde, war es ein rasanter Start. Aber das Tempo ist für den Modedesigner aus Brügge auch bezeichnend.

Ein belgisches Modewunder 

„Ich hatte bereits mit dem Entwurf der Kollektion begonnen, noch bevor ich sicher wusste, dass ich die Position bekommen würde“, sagte Martens in einem Interview mit Vogue Business. 

„Am ersten Tag im Hauptsitz von Maison Margiela hatte ich die gesamte Couture-Kollektion bereits bis ins kleinste Detail ausgearbeitet – Farben, Moodboards, alles war fertig. Das Team musste sie nur noch umsetzen.“

Der 42-jährige Brügger ist kein Anfänger: Vor über zehn Jahren machte er sich beim französischen Label Y/Project mit seinen vielschichtigen, genderfluiden Designs einen Namen. Seit 2020 haucht er dem italienischen Denim-Label Diesel neues Leben ein und positioniert es erfolgreich im Zentrum von Popkultur, Streetwear und Promi-Style. Von Rihanna bis Kylie Jenner – alle tragen plötzlich Diesel. Martens gilt als echtes „Modewunderkind“.

Unten: Glenn Martens für Diesel Herbst/Winter 2025

Ein Kind der Margiela-Generation 

Mit Martens übernimmt erneut ein Flame die kreative Leitung bei Maison Margiela. Das Modelabel war 1988 von Martin Margiela aus Genk (Provinz Limburg) gegründet worden. In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren revolutionierte Margiela die Modewelt mit seiner unkonventionellen Vision von Fashion: De-Konstruktion, Recycling und ungewöhnliche Materialien wurden zu seinem Markenzeichen.

Martens, der wie Margiela an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen studierte, wurde stark von seinem Vorgänger und Landsmann geprägt. 

"Ich bin ein Kind der Margiela-Generation“, sagt Martens: „Martin war mehr als ein Designer – er war eine Schule, die das Denken vieler Menschen verändert hat. Er zeigte uns, dass Kleidung nicht klassisch strukturiert sein muss.“

Martens kennt das Erbe des Hauses genau. Doch die zentrale Frage bleibt: Wird es ihm gelingen, diesem Erbe gerecht zu werden und gleichzeitig seinen eigenen Stil einzubringen? Eine Herausforderung, der sich jeder künstlerische Leiter eines renommierten Modehauses stellen muss.

In den Fußstapfen von John Galliano 

Martens nimmt die Herausforderung an: Er startet direkt mit einer Haute-Couture-Kollektion in Paris, also auf dem höchsten Niveau handwerklicher Modekunst.

Und muss zugleich in die großen Fußstapfen von John Galliano treten, dessen letzte Couture-Show weltweit gefeiert wurde.

Die Models waren damals wie lebensechte Puppen geschminkt, mit Make-up, das wie Glashaut wirkte – ein Look, der viral ging und ein neues Schönheitsideal setzte. Galliano, der 2024 als Kreativdirektor ausschied, hinterließ ein starkes Erbe.

„Keine 75.000-Dollar-Kleider“ 

Glenn Martens wird sein Markenzeichen – kraftvolle Silhouetten, Humor und Genderfluidität – mit Margielas Philosophie verbinden, etwa dem Upcycling alltäglicher Gegenstände. Auch Masken werden wohl Teil der Show sein – ein typisches Element Margielas, das die Aufmerksamkeit auf die Kleidung lenkt und nicht auf die Models. Margiela selbst hat immer zurückgezogen gelebt und öffentliche Auftritte vermieden.

Spannend wird, wie Martens, der seinen Stil als „Streetstyle“ beschreibt, seiner Couture-Kollektion einen luxuriösen Touch verleiht.  „Zur Schau zu stellen, dass man extrem reich ist, passt nicht zur Sprache von Margiela“, sagt er. „Wir werden kein Kleid für 75.000 Dollar machen, komplett handbestickt. Aber wir zeigen eine andere Form von Reichtum und Luxus – hoffentlich spricht das ein mutiges Publikum an.“

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