Die beiden israelischen Soldaten, gegen die im Zusammenhang mit ihrer Anwesenheit beim Festival Tomorrowland eine Anzeige wegen Kriegsverbrechen eingereicht wurde, sind ausfindig gemacht und vernommen worden. Das hat die belgische Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Die Hind Rajab Foundation von Dyab Abou Jahjah und die Nicht-Regierungsorganisation Global Legal Action Network (GLAN) hatten Anzeige gegen diese mutmaßlichen Kriegsverbrecher eingereicht.
Mutmaßliche israelische Kriegsverbrecher, die bei Tomorrowland waren, verhört
Die beiden Männer sollen Mitglieder der Givati-Brigade der israelischen Armee sein und auf dem Festival die Fahne ihrer Einheit gezeigt haben – ein Symbol, das laut den Klägern für Straflosigkeit steht.
In der Anzeige wird den beiden vorgeworfen, direkt an Angriffen auf zivile Gebiete, Folter und Zwangsvertreibungen in Gaza beteiligt gewesen zu sein. Die Organisationen fordern ihre sofortige Festnahme, die Auswertung ihrer Mobiltelefone und ein Ausreiseverbot aus Belgien.
Die Hind Rajab Foundation betont, dass es sich nicht um zufällige Festivalbesucher handle, sondern um Personen, die laut ihrer Einschätzung direkt an schwersten Verbrechen in Gaza beteiligt gewesen seien.
„Nach ihrer Vernehmung durften die beiden Personen wieder gehen“, so die Staatsanwaltschaft weiter. Grundsätzlich steht ihrer Ausreise aus Belgien nun nichts mehr im Wege.
Die Festivalleitung erklärte in einer Stellungnahme, dass Kampfeinheitsflaggen nicht erlaubt seien und vom Sicherheitspersonal entfernt würden, sobald sie auftauchen. Nationale, regionale oder gemeinschaftliche Flaggen – wie etwa die israelische, palästinensische oder LGBTQIA+-Flagge – seien hingegen erlaubt, sofern sie nicht zu Hass oder Diskriminierung aufrufen und gegen die Sicherheitsvorschriften verstoßen.
