In Gent haben sich etwa 1.000 Menschen zu einer Demonstration gegen die Sparpläne der Stadt versammelt. Auch zogen Mitarbeitende des städtischen Entsorgungsunternehmens IVAGO in einem Protestmarsch durch die Innenstadt. Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen hatten im Vorfeld breit mobilisiert. Die Müllabfuhr wurde eingestellt, auch an anderen Stellen kommt es zu Störungen.
Hunderte streiken und demonstrieren in Gent gegen Sparmaßnahmen: Keine Müllabfuhr und Beeinträchtigungen bei Kitas
Gegen 8 Uhr zogen etwa 60 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie IVAGO-Mitarbeitende ins Stadtzentrum, um Klarheit über die angekündigten Sparmaßnahmen in Millionenhöhe zu fordern. Die Stadt hatte vor einigen Wochen angekündigt, 20 Millionen Euro einsparen zu wollen, was den Abbau von rund 350 Arbeitsplätzen zur Folge hätte.
Die heutige Streikaktion hat weitreichende Auswirkungen: In der ganzen Stadt findet keine Müllabfuhr statt, die Recyclinghöfe bleiben geschlossen. Laut IVAGO beteiligt sich rund 80 Prozent der Belegschaft am Streik. Die Bevölkerung wird gebeten, nicht abgeholten Abfall bis nach dem verlängerten Wochenende wieder mit nach Hause zu nehmen.
Genter Feste
Am Freitag beginnen die Genter Feste. Ein Streik der Müllabfuhr während des Festivals wäre für die Stadt problematisch. Allerdings gilt es als eher unwahrscheinlich, dass es so weit kommt – die Gewerkschaften sind sich bewusst, dass sie damit das Verständnis in der Bevölkerung verlieren könnten. Zudem befinden sich derzeit viele Mitarbeitende im Urlaub.
„Wir planen keinen Boykott“, betont Jeroen Demuynck von der sozialistischen Gewerkschaft. „Wir mögen die Genter Feste, auch unsere Leute möchten ein Bier trinken und das Festival genießen. Große Aktionen haben wir nicht vor. Wir schließen aber nicht aus, dass es hier und da kleinere Protestaktionen gibt, aber wir rufen keinesfalls dazu auf“, erklärt Demuynck.
Gegen 10 Uhr versammelten sich auch weitere städtische Angestellte, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Mitglieder von zivilgesellschaftlichen Organisationen im Viertel „De Zuid“. Unter anderem beteiligt sich auch das Personal der außerschulischen Betreuung, was zu weiteren Beeinträchtigungen führt.
