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Miss Belgien 2024 erhebt schwere Vorwürfe gegen die Miss-Organisation

Kenza Ameloot, die im Februar 2024 zur Miss Belgien gekrönt wurde, hat öffentlich schwere Vorwürfe gegen die Organisation des Schönheitswettbewerbs erhoben. Ihre Erfahrung, die als Traum begann, sei in eine „Art Albtraum“ umgeschlagen.

Belga Martina Luxen
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Zu den Hauptkritikpunkten der jungen Frau gehört der finanzielle Druck auf die Kandidatinnen: Laut Ameloot und mehreren anderen Teilnehmerinnen wurden sie unter Druck gesetzt, um selbst viel Geld zu investieren, etwa durch den Kauf von Stimmen, um in der Rangliste aufzusteigen.

Auch die Arbeitsbedingungen seien nicht vertretbar: Obwohl Ameloot einen Teilzeitvertrag unterschrieb, arbeitete sie in der Praxis mehr als Vollzeit, vor allem in den ersten Monaten. Netto gab es dafür mal gerade 1.200 Euro im Monat plus 100 Euro Spesenpauschale und 10 Prozent der Einnahmen aus Events und Fotoshootings.

Darüber hinaus habe die Organisation massiv in ihre Privatsphäre eingegriffen: Sie musste ihre Passwörter für persönliche Social-Media-Konten abgeben. Zudem schrieb das Vertragswerk Kleidung und Verhalten auch im Privatleben vor.

Ein besonders belastender Moment war ein Vorfall mit einem Nacktfoto, das ohne ihre Zustimmung bei einem Event aufgenommen und später online verbreitet wurde. Die Organisation habe laut Ameloot nicht angemessen reagiert – im Gegenteil: „Schlechte Publicity ist auch Publicity“, soll man ihr gesagt haben.

Laut der Arbeitsrechtlerin Yousra Belakhdar verstoßen mehrere Klauseln gegen belgisches Arbeits- und Datenschutzrecht – etwa die Verpflichtung, 7 Tage die Woche verfügbar zu sein.

Reaktion der Organisatorin von Miss Belgien

Die Organisation von Miss Belgien weist die Vorwürfe zurück und betont, dass niemand gezwungen werde, Geld zu investieren. Man gebe lediglich Empfehlungen. Auch das Vertragswerk sei den Kandidatinnen im Vorfeld zur Einsicht vorgelegt worden.

Laut der Organisation bekommt die Gewinnerin Zeit, den Vertrag durchzulesen, und ist sich somit bewusst, was dieser beinhaltet. Außerdem „können sie das Leben der amtierenden Miss Belgien verfolgen, während sie an der Wahl teilnehmen“. Die Organisation wird den Vertrag nun einem Anwalt vorlegen.

Die Organisation betont zudem, dass Miss Belgien neben ihrem Gehalt ein Auto zur Verfügung gestellt bekommt sowie „eine Tankkarte, Kleidung und Schmuck zum Tragen, Schuhe, teure Handtaschen, Make-up und Haarprodukte“. „In der Vergangenheit hat sich keine Miss darüber beschwert“, sagt Darline Devos (Foto unten) dazu.

Vorbildfunktion

Im Vertrag steht, dass die Gewinnerin „nichts Negatives über das Komitee (die Organisation des Wettbewerbs, Anm. d. Red.) sagen darf, auch nicht nach ihrem Jahr als Miss“. Ein Verstoß gegen diesen Vertrag kann zu einer Schadenersatzzahlung von 12.500 Euro führen.

Trotzdem möchte Ameloot ihre Geschichte erzählen, damit junge Mädchen wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie an dem Wettbewerb teilnehmen, sagt sie.

Auch in diesem Jahr bewerben sich rund 150 bis 200 junge Frauen um die Krone von Miss Belgien.

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