Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagabend – 24 Stunden nach dem verheerenden Brand – hat die Organisation von Tomorrowland mitgeteilt, dass sie derzeit an zwei verschiedenen Szenarien für das Wochenende arbeitet.
Hauptbühne abgebrannt: Tomorrowland arbeitet an zwei Szenarien fürs Wochenende
Im ersten Szenario findet das Festival am morgigen Freitag „mit voller Kraft und für alle“ wie geplant statt. An der Stelle der Hauptbühne würde es dann eine Art kleineres Alternativprogramm geben. Das Festivalgelände soll in diesem Szenario jedoch erst um 14:00 Uhr statt um 12:00 Uhr öffnen. „Für Plan A gibt es allerdings noch sehr viel zu tun“, so die Organisation.
Ob das erste Szenario realisierbar ist, lässt sich derzeit nicht vorhersagen. „Es hängt davon ab, wie schnell und sicher wir alles umsetzen können“, heißt es. Am Abend soll es weitere Informationen zur Umsetzbarkeit geben.
Das zweite Szenario ist eine Art Plan B, falls keine alternative Hauptbühne rechtzeitig fertig wird. In diesem Fall bekommen alle Personen, die auf dem Dreamville-Campingplatz übernachten, am Freitag eine eigene Party. Für alle anderen Festivalbesucher wird das Festivalgelände dennoch zugänglich sein. Mit anderen Worten: Alle anderen Bühnen auf dem Gelände werden für alle Festivalbesucher geöffnet, die nicht auf dem Campingplatz sind. Ab Samstag heißt es dann „auf jeden Fall Full Monty“, so die Organisation.
Insgesamt werden 200.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt in Boom (Provinz Antwerpen) erwartet, um zu elektronischer Tanzmusik zu feiern. Am darauffolgenden Wochenende werden weitere 200.000 Gäste erwartet.
Die für die Festivalbesucher in Antwerpen und Brüssel organisierten Aktivitäten werden ebenfalls wie geplant stattfinden.
Noch keine Angaben zur Ursache des Feuers
Das Feuer hat laut Kommandant François Van den Eynde rund hundert Feuerwehrleute mobilisiert. Er konnte keine Angaben zur Ursache des Brandes machen. Vermutet werden Probleme mit Feuerwerkskörpern, die in der Bühne eingebaut werden.
Die Staatsanwaltschaft Antwerpen hat einen Ermittlungsrichter beauftragt, um wegen fahrlässiger Brandstiftung im Zusammenhang mit dem Brand zu ermitteln.
„Ein Brandsachverständiger wurde angefordert. Das Team wird vor Ort erste Feststellungen treffen“, erklärte die Staatsanwaltschaft, „um die Ursache des Brandes zu ermitteln.“
Herzstück des Festivals zerstört
Die Hauptbühne gilt als das Aushängeschild von Tomorrowland. Jedes Jahr wird das Bühnenbild mit Spannung erwartet – dieses Jahr stand es unter dem Motto The World of Orbyz. Die Planung des Bühnenbilds begann bereits 2023.
Für die diesjährige Ausgabe war ein Bühnenbild gestaltet worden, das 45 Meter hoch und 160 Meter breit war. Es bestand aus 2.120 Dekoelementen, darunter 65 Wasserfontänen und zwei Wasserfälle.
Verwendete Materialien:
2.616 m³ Styropor 2.278 Platten Sperrholz 2.460 Dosen Polyurethan-Isolierschaum 1.440 Kartuschen Dichtmittel 225 Liter Holzleim 108 Eimer Modellierpaste
Das Bühnenbild wurde in einer Werkstatt in Schelle unter der kreativen Leitung von Christophe Van den Branden vorbereitet und Ende Mai nach Boom transportiert.
Nach Tomorrowland in Belgien sollte das Bühnenbild nach Brasilien verschifft werden, um dort für Tomorrowland Brazil wiederverwendet zu werden.
„Herzzerreißend“, sagen DJs
Rund 850 Künstler sollten auf der Hauptbühne auftreten, darunter auch weltbekannte belgische DJs wie Charlotte De Witte: „Ich habe es gerade in den Nachrichten gesehen. Das ist herzzerreißend.”
Auch Stamm-DJ Dimitri Vegas zeigte sich betroffen auf Instagram. Seine Frau, DJ Anouk Matton, sagte, sie sei „völlig geschockt“.
Aber das Festival findet statt. „Morgen sehen wir weiter“, so Sprecherin Wilmsen. „Wir haben ein motiviertes Produktionsteam vor Ort, das sein Bestes gibt, um trotzdem etwas Schönes daraus zu machen.“
