vIn den Königlichen Museen für Kunst und Geschichte im Brüsseler Jubelpark hat die Brüsseler Staatsanwaltschaft vor einigen Tagen 2 ägyptische Artefakte an die ägyptischen Behörden zurückgegeben. Das auffälligste Stück ist ein Sarkophag (Foto), der vor 3.000 Jahren für einen reichen Ägypter bestimmt war. Der andere Gegenstand ist ein hölzerner Bart. Die beiden Artefakte wurden vor 10 Jahren von der Brüsseler Polizei nach einem Hinweis von Interpol in der Hauptstadt beschlagnahmt.
Brüsseler Staatsanwaltschaft gibt 3.000 Jahre alten Sarkophag an Ägypten zurück
Das Stück, das aufgrund seiner Größe und seiner üppigen Verzierung die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist ein hölzerner Sarkophag aus der ptolemäischen Zeit (3. oder 4. Jahrhundert vor Christus). Der Sarkophag hat eine anthropomorphe Form, nach dem Bild des mumifizierten männlichen Verstorbenen, der darin liegt. Das goldene Gesicht und das bläuliche Haar sind göttliche Attribute, die darauf hinweisen, dass sich der Verstorbene in eine Form des Gottes Osiris, des Herrschers der Unterwelt, verwandelt hat.
"Reicher Mann"
Er gehörte zweifelsohne zur ägyptischen Oberschicht. Die Auswahl der Materialien und die sorgfältige Ausführung zeugen von außergewöhnlichem Können. Bemerkenswert sind die farbigen Glasstücke in den Augen und im Brustkorb, die Goldelemente und die feinen Schnitzereien. "Die Entzifferung der Hieroglyphen auf dem Sarkophag hat ergeben, wer darin lag", so ein Sprecher der Brüsseler Staatsanwaltschaft: "Es handelt sich um einen Mann namens ‚Pa-di-Hor-pa-khered‘, was so viel bedeutet wie ‚Der, der von Harpokrates gegeben wurde‘."
Übergabe an Ägypten
Aufgrund seines Charakters und seines Ranges wurde die Übergabe mit Respekt und Würde vollzogen. Sie fand im Kreuzgang der Königlichen Museen statt, dessen Wand mittelalterliche Grabplatten enthält, was diesem Ereignis, bei dem zwei Grabkulturen aufeinander trafen, eine besondere Note verlieh. "Nach 10 Jahren Ermittlungen und Verfahren ist es ein wirklicher Akt der Gerechtigkeit, einen Teil des Erbes zurückzugeben, das dem Ursprungsland entzogen wurde", sagte der Brüsseler Staatsanwalt Julien Moinil zu dem Vorgang. Nach der Zeremonie werden die beiden wertvollen Stücke auf diplomatischem Wege nach Ägypten zurückkehren.
