Zum Hauptinhalt springen
Inland
Politik

Die Rentenreform in Belgien: Höhere Kosten für die Vergreisung? Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen?

Die Rentenreform der belgischen Bundesregierung um Premierminister Bart De Wever (N-VA) wird die Kosten der Vergreisung der Bevölkerung weit weniger decken, als bisher angenommen. Dies geht aus den Prognosen des Studienausschusses für Vergreisung hervor. Bisher ging man davon aus, dass die Ausgaben für Renten und Gesundheit bis 2070 um 3,6 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), also des Wertes unserer Wirtschaft, steigen würden. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Maßnahmen der Regierung bremsen diesen Anstieg auf 1,7 % aus. Vor allem durch die Eingriffe in die Renten will der Staat Milliarden einsparen. Durch diese Eingriffe werden die Kosten der Alterung viel weniger steigen als bisher angenommen. Dies errechnete der so genannte Studienausschuss für Vergreisung.

Was bedeutet das genau? Weil die Bevölkerung auch in Belgien immer älter wird, werden die Ausgaben für Renten und Gesundheitsversorgung stark ansteigen. Und deshalb hat die Regierung beschlossen, dass bestimmte Berufsgruppen wie Soldaten, Polizisten und Eisenbahner länger arbeiten müssen.

Beamte genießen heute eine vorteilhafte Berechnung ihrer Rente, doch auch das wird wegfallen. Und diejenigen, die früher in den Ruhestand gehen, werden dafür etwas bestraft, die, die länger arbeiten, werden dafür belohnt. All diese Maßnahmen zusammengenommen bedeuten, dass der Staat bis 2070 Milliarden an Ausgaben für die Alterung einsparen wird.

Unterschiedliche Renten bei Frauen und Männern? Wie steht es um die Selbständigen?

Mehrere Maßnahmen der Rentenreform der Arizona-Regierung werden Frauen stärker treffen als Männer. Dies ist die Einschätzung des Studienausschusses für Vergreisung. Die Renten von Frauen werden durch die Reform bis 2040 um durchschnittlich 5,6 % sinken, bei Männern sind es 4,3 %.

Auch bei den Selbstständigen wird sich die Rentenreform auf Frauen stärker auswirken als auf Männer. Die Studienkommission schätzt, dass die Renten der weiblichen Selbstständigen im Jahr 2040 im vorliegenden Szenario der Reform um 4,1 % niedriger sein wird als bei einem Szenario ohne die Reform. Bei den männlichen Selbstständigen schätzt die Studienkommission den Rückgang auf 3,4 %.

Bei den Beamten ist die Auswirkung der Rentenreform für Männer und Frauen bis 2040 gleich: Sowohl Männer als auch Frauen verlieren durch die Maßnahmen 2,4 % ihrer Rente. Langfristig, bis 2070, kehrt sich der Effekt um: Hier trifft die Reform die Männer stärker als die Frauen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass eine Reihe von Maßnahmen schrittweise eingeführt wird.

Die hier genannten Zahlen sind eher niedrig angesetzt, so der Ausschuss, weil es nicht möglich war, die mittel- und langfristigen Auswirkungen aller Maßnahmen der vorliegenden Rentenreform zu berechnen.

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5