Der restaurierte Genter Altar (‚Lam Gods‘) der Gebrüder Van Eyck wird nicht wie ursprünglich geplant im Jahr 2026, sondern erst im Frühjahr 2027 – nach 15 Jahren – wieder in der St.-Bavo-Kathedrale in Gent zu sehen sein. Die flämische Regierung investiert zusätzlich in die letzte Restaurierungsphase, um auch die sieben oberen Tafeln in ihren ursprünglichen Zustand aus dem 15. Jahrhundert zurückzuversetzen.
Restaurierung des Genter Altars dauert länger – Rückkehr in die St.-Bavo-Kathedrale erst 2027
Die erste Phase der Restaurierung begann im Jahr 2012. Im Mai 2023 wurde die letzte Etappe in Angriff genommen – dabei geht es um die oberen Tafeln, auf denen von links nach rechts Adam, singende Engel, Maria, Gott oder Christus (hierüber herrscht Uneinigkeit), Johannes der Täufer, musizierende Engel und Eva dargestellt sind.
Ursprünglich war geplant, diese Phase innerhalb von drei Jahren abzuschließen, sodass das Meisterwerk 2026 nach Gent hätte zurückkehren können. Dieser Termin wird nun auf das Frühjahr 2027 verschoben.
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Verzögerung durch Entdeckung von Übermalungen
Grund für die Verzögerung sind Übermalungen, die während der Arbeiten entdeckt wurden. „In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der Genter Altar großflächig übermalt, um kleinere Schäden zu kaschieren“, erklärt Hélène Dubois, Leiterin des Restaurierungsteams. „Das zusätzliche kunsttechnologische Forschung und das behutsame Abtragen dieser Übermalungen haben die Restaurierung verzögert.“
Einige Bereiche der Tafeln seien besonders komplex und hätten erst während der laufenden Arbeiten weiterführende Untersuchungen erfordert. „Jetzt haben wir mehr Zeit, um auch diese Zonen sorgfältig zu behandeln“, so Dubois.
Zusätzliche Mittel in Höhe von 319.000 Euro
Die flämischen Minister Ben Weyts (N-VA, Denkmalschutz) und Caroline Gennez (Vooruit, Kultur) haben am Donnerstag das Restaurierungsatelier des Genter Altars im Museum der Schönen Künste in Gent besucht. Dabei kündigten sie eine zusätzliche Investition von 319.000 Euro an, um die Restaurierung bis ins kleinste Detail abzuschließen. Die Gesamtkosten der Restaurierung belaufen sich damit auf rund 5 Millionen Euro.
