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Inland
Justiz

Illegale Schweinehaltung in Houthulst (Westflandern) entdeckt: 50 ausgehungerte Tiere – möglicher Zusammenhang mit aufgeflogenem Drogenlabor

In der westflämischen Gemeinde Houthulst wurden in einem Gewächshaus 50 ausgehungerte Schweine und Ferkel entdeckt. Die Tiere hatten offenbar seit geraumer Zeit weder Futter noch Wasser bekommen, zudem fehlte es an jeglicher Belüftung. Die flämische Tierschutzbehörde will am Donnerstag entscheiden, was mit den Tieren geschehen soll. Es besteht der Verdacht auf eine Verbindung zu einem Drogenlabor, das am Montag in derselben Straße entdeckt und ausgehoben wurde.

Jens Van Reet
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Bereits im März waren beim Gemeindeverwaltung erste Beschwerden eingegangen. „In der Nähe des Gewächshauses wurden Pommes und Kartoffeln als Futter abgeladen, was allerdings auch Ungeziefer anzog“, erklärt Bürgermeister Jeroen Vandromme (Lijst Burgemeester). „Die Anwohner klagten über eine Ratten- und Möwenplage.“

Die Tiere waren in einem Gewächshaus mit Solarpaneelen und mehreren zerbrochenen Fenstern untergebracht. „Damals befanden sich dort nur 19 Schweine – das fällt nicht unter die Genehmigungspflicht, weil es offiziell keine landwirtschaftliche Nutzung ist. Trotzdem haben wir wegen der erheblichen Belästigung die Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette und die Tierschutzbehörde eingeschaltet“, so Vandromme weiter.

Am Dienstag gelang es mehreren Schweinen, aus dem Gewächshaus auszubrechen. Die Feuerwehr wurde alarmiert, um die Tiere einzufangen. Vor Ort stellte sich heraus, dass sich die Lage dramatisch verschärft hatte.

„Ab 20 Tieren braucht man eine Genehmigung. Wir zählten 30 erwachsene Schweine und 20 Ferkel – das ist eindeutig illegal. Die Tiere waren offenbar ausgebrochen, weil sie kein Futter und kein Wasser hatten“, erklärt der Bürgermeister. Polizei und Feuerwehr versorgten die Tiere daraufhin mit Wasser und Futter und sicherten das Gewächshaus wieder provisorisch ab.

Noch am selben Abend wurde die Tierschutzbehörde in Flandern kontaktiert. Sie wird am Donnerstag über das weitere Vorgehen entscheiden. „Wahrscheinlich werden die Tiere eingeschläfert werden müssen“, so Vandromme. „Man darf sie nicht einfach in einen anderen Stall bringen – das Risiko einer Krankheitsübertragung ist zu groß.“

Verbindung zum Drogenlabor?

Laut Anwohnern besteht ein Zusammenhang mit dem Drogenlabor, das Anfang der Woche in derselben Straße entdeckt wurde. „Seitdem die Leute vom Labor festgenommen wurden, hat offenbar niemand mehr die Schweine versorgt“, sagt Nachbar Ludo. „Bis dahin wurde täglich mehrmals zwischen den beiden Gewächshäusern – dem mit den Schweinen und dem mit dem Labor – hin und her gefahren.“

Auch der Bürgermeister bestätigt: „Nach unserem Kenntnisstand hat ein und dieselbe Person beide Gebäude gemietet.“

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