Ab 2027 werden die größten Energieversorger im belgischen Bundesland Flandern dazu verpflichtet sein, einen festen Vertrag für Strom und Gas anzubieten. Das hat die flämische Landesregierung beschlossen, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldet.
Flandern verpflichtet die Energieversorger dazu, auch feste Verträge anzubieten
Im Jahr 2021 hatten noch drei Viertel der Flamen einen festen Stromvertrag, aber dann kam die Energiekrise und diese Zahl sank. Die Verbraucher mussten für neue Verträge auf variable Tarife umsteigen. Dies habe zu "enormen Preisschocks" geführt, so die flämische Energieministerin Melissa Depraetere (Vooruit, Foto unten). Die obligatorische Option, auch einen festen Vertrag abschließen zu können, solle die Haushalte besser vor solchen Preisschwankungen schützen.
Konkret müssten die Energieversorger für Strom und Gas einen festen Vertrag mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr anbieten. Feste Verträge sind für die Anbieter riskanter. Die flämische Regulierungsbehörde für Versorgungsunternehmen (VREG) hat errechnet, dass Familien mit festen Verträgen im vergangenen Jahr durchschnittlich 254 € mehr für Strom und 375 € mehr für Erdgas bezahlt haben als Familien mit variablen Verträgen.
Die Verbraucher sollen die Wahl haben
Die Verpflichtung der Energieversorger, beide Verträge anzubieten und den Leuten die Wahl zu lassen, sei ein großer Schritt nach vorne, um ihnen Sicherheit zu bieten, so Ministerin Depraetere: „Ein fester Vertrag bietet Sicherheit, ist aber oft teurer.“
Es ist eine Entscheidung, die die Leute treffen müssen, so die Ministerin gegenüber VRT NWS weiter: "Es gibt Menschen, die sich gerne für einen variablen Vertrag entscheiden, weil er ihnen einen Vorteil bringt, aber man geht auch ein gewisses Risiko ein. Das wissen Sie dann. Es gibt auch Leute, die sagen: Ich wähle lieber diese Sicherheit, diesen unbefristeten Vertrag, und ich bin bereit, dafür ein paar Euro mehr zu bezahlen. Ich denke, es ist besonders wichtig, dass man die Wahl hat, und das ist im Moment nicht immer der Fall."
