Zahlreiche gemeinnützige Vereine und Vereinigungen in der Region Brüssel-Hauptstadt müssen Teile ihres Personals entweder entlassen oder in Kurzarbeit schicken, weil ihnen durch das Ausbleiben einer neuen Regionalregierung inzwischen die Mittel ausgehen. Das betrifft auch Organisationen, die sich mit den dringendsten sozialen Nöten und Bedürfnissen in der Gesellschaft auseinandersetzen.
Seit über einem Jahr keine Regionalregierung in Brüssel: Erste Entlassungen im Non-Profit-Sektor
Laut der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ muss z.B. die gemeinnützige Vereinigung „Group One“, die sich mit der Förderung von nachhaltigen Unternehmen und Start Ups befasst, 9 Stellen streichen.
Diese Vereinigung ist nur ein Beispiel für Dutzende Organisationen aus z.B. dem sozioökonomischen Sektor in der Brüsseler Region, die mangels Mitteln und politischen Rahmenbedingungen ihr Personal verkleinern müssen. Vorläufig bleiben direkte Entlassungen noch eine Seltenheit, doch auf Dauer wird dies nicht zu vermeiden sein.
Bruno Gérard, Direktor von Bruxeo, dem Dachverband der Sozialunternehmen aus dem Non-Profit-Sektor, sagte gegenüber BRUZZ, dass vor allem Rentner nicht mehr ersetzt werden und dass Mitarbeiter Kurzarbeit schieben müssen: „Daneben verlassen viele Mitarbeiter ihre Unternehmen freiwillig, weil inzwischen der gesamte Sektor beruflich an Attraktivität verliert, weil überall die Unsicherheit durchdringt.“
Inzwischen, so Gérard, werden auch die Aktivitäten auf dem Terrain und an der Basis zurückgefahren, weil es keine vollwertige Regionalregierung gibt, die sich kümmert: „Das ist für einige in unserer Gesellschaft ein Problem.“ Damit meint Bruno Gérard z.B. Drogenabhängige, Obdachlose und Flüchtlinge.
Inzwischen erweisen sich die Banken in Belgien gegenüber diesem Sektor in der Hauptstadt nicht besonders entgegenkommend, wenn es um die Vergabe von Überbrückungskrediten geht.
