Das MIM feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen im Old England-Gebäude, einem Jugendstiljuwel von 1899, das seinerzeit revolutionär aus Stahl, Gusseisen und Glas gebaut wurde. Das Old England war ein Kaufhaus für englische Produkte. Auch heute noch ist es mit seinen gewundenen Balustraden und bunten Friesen bewundernswert. In den angrenzenden, klimatisierten Hallen befinden sich die zahllosen Musikinstrumente.
25 Jahre Musikinstrumentenmuseum MIM in Brüssel: "Eine der bedeutendsten Sammlungen der Welt"
"Dieses Gebäude ist ein echter Blickfang. Wenn man den Brüssel-Zentral verlässt, sieht man es schon auf dem Hofberg stehen. Es zieht einen in seinen Bann, noch bevor man weiß, was sich darin befindet", sagt Wim Verhulst, der als Musikwissenschaftler am MIM arbeitet. Das MIM hat jährlich etwa 120.000 Besucher: "Das ist fast wieder so viel wie vor Corona und vor den Brüsseler Anschlägen". 15 % der Besucher kommen in Gruppen.
Ein Instrumentenmuseum existiert seit 1877
Das MIM war nicht immer in diesem prächtigen Gebäude untergebracht, sondern seine Instrumentensammlungen wurden zunächst an anderen Orten in Brüssel aufbewahrt. Bereits 1877 wurde ein Instrumentenmuseum als Abteilung des Königlichen Musikkonservatoriums von Brüssel eingerichtet. Seit 1992 gehört das Museum zu den Königlichen Museen für Kunst und Geschichte.
Die Instrumentensammlung ist wirklich außergewöhnlich, erklärt Wim Verhulst. "Es handelt sich um eine der bedeutendsten und reichsten Sammlungen von Musikinstrumenten weltweit." Um genau zu sein: 12.270 Instrumente: "Im letzten Vierteljahrhundert sind weitere 3.343 Stücke hinzugekommen."
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Musiker-Mechaniker: Elektronik-Pioniere im MIM
Was gibt es in diesem Museum (mit oder ohne Audioguide) zu sehen und zu hören? Cembali, Klaviere, alle Arten von Blasinstrumenten, darunter die exzentrischen Erfindungen von Adolphe Sax, viele Volksmusikinstrumente auch aus dem außereuropäischen Ausland - alles fein säuberlich auf vier Etagen verteilt. Hier gibt es auch eine Abteilung ‚Musicus mechanicus‘ mit mechanischen, elektrischen und elektronischen Musikinstrumenten. Das reicht von Drehorgeln über Hammond-Orgeln bis hin zu experimentellen Geräten wie dem ‚Ondes Martenot‘ oder dem Theremin.
Etwas ganz Besonderes ist das Musikstudio des IPEM, des Instituts für psychoakustische und experimentelle Musik. Eine Sammlung von Geräten aus den 60er und 70er Jahren, um unter anderem Musik für die damalige BRT oder andere Kompositionen aus den Pionierjahren der neuen, elektronischen Musik zu machen. Dafür brauchte man damals eine Menge Kassettenrekorder.
Von den Tausenden von Instrumenten im MIM sind nur etwa 10 % in den Hallen zu sehen. "Der Rest liegt in der Reserve. Das wird sich aber ändern, denn was wir zeigen, spiegelt nicht wirklich wider, was wir alles in der Sammlung haben", sagt Wim Verhulst: "Nicht-westliche Instrumente und auch elektronische Instrumente werden einen größeren Anteil bekommen. Das wird derzeit erforscht."
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Mehr Platz, Personal und Ressourcen
Und was werden die nächsten 25 Jahre für das MIM bringen? So schön das Museum auch ist, die Ausstellungsräume sind eher beengt. "Wir wollen so viel wie möglich zeigen und eine Geschichte erzählen, aber es gibt fast keinen Platz für Wechselausstellungen", so Verhulst. Als eine Ausstellung über Aldophe Sax organisiert wurde, musste eine ganze Abteilung für Saiteninstrumente weichen.
Wim Verhulst weist auch auf die prekäre finanzielle Situation des Museums hin: „Wir haben nicht wirklich das Budget, um auf den Markt zu gehen und Instrumente zu kaufen. Gelegentlich bekommen wir Spenden.“ Auch personell muss das MIM mit weit weniger Leuten auskommen als noch vor 25 Jahren. Und leider wartet es auch auf einen neuen Betreiber für das Dachrestaurant mit seinem spektakulären Blick über Brüssel. Das ist vorübergehend geschlossen.
Muziekinstrumentenmuseum MIM, Hofberg 2 - 1000 Brussel, Info: www.mim.be
