In der ostflämischen Metropole Gent einigten sich die Mehrheitsparteien kurz nach Mitternacht auf jährliche Einsparungen von 120 Mio. €. Über den Inhalt informierte die Stadt im Laufe des Tages das Personal. Sicher ist, dass 350 Stellen wegfallen werden. Die rund 7.000 Personen starke kommunale Belegschaft schrumpft damit um 5 %.
350 Jobs gestrichen, jährlich 120 Mio. € eingespart: Wie Gent gegen den hohen Schuldenberg kämpft
Nach einer Anhörung beim Personal wurde klar, wo die Stadt Gent die Kürzungen vornehmen wird: Ein Teil der Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen, wird nicht ersetzt, und die, die freiwillig gehen wollen, können eine Prämie erhalten. Aber die Einsparungen werden spürbar sein, denn die Stadt Gent hat einen Schuldenberg von mehr als 1 Mia. €.
Die Gewerkschaften wurden am Donnerstagvormittag im Rathaus empfangen, um ihnen die Kürzungen zu erläutern. Für die Stellen in den städtischen Diensten, die gestrichen werden sollen, sieht die Stadt in Absprache mit den Gewerkschaften eine Prioritätenregelung vor. Es ist unklar, ob es auch zu direkten Entlassungen kommen wird. Die Stadt scheint diese so weit wie möglich begrenzen zu wollen. Gefürchtete Streiks der Gewerkschaften während des Genter Festes wurden abgewendet.
Am frühen Morgen besuchte der Stadtrat die kommunale Müllabfuhr IVAGO, bei der es keine Kürzungen geben wird. 10 zusätzliche Stellen werden geschaffen, um strenger gegen illegale Abfallbeseitigung und wilde Mülldeponien vorzugehen. Beim Management bei IVAGO wird allerdings um 10 % gekürzt – u.a. 2 Mio. € an Prämien werden gestrichen. Auch an anderer Stelle werden zusätzliche Stellen geschaffen, unter anderem mindestens 5 bei der lokalen Polizei.
