An diesem 1. Juli hat in Belgien der Sommerschlussverkauf begonnen. Doch das heiße Sommerwetter durch die aktuelle Hitzewelle könnte den kleinen Shops und Läden in den Innenstädten die ersten Geschäften vermiesen. Die Selbständigen- und Einzelhandelsverbände gehen davon aus, dass hiervon die klimatisierten Einkaufszentren profitieren werden.
Schon in den ersten SSV-Tagen kann die Kundschaft vor allem im Mode- und Bekleidungssektor mit Rabatten von zwischen 30 und 50 % rechnen. Dieser Wert wird sich wahrscheinlich schnell erhöhen. Die Bestände sind etwa so hoch wie im letzten Jahr. Etwa 60 % der Einzelhändler haben noch zwischen 20 und 40 % ihres Sortiments in den Regalen und bei 25 % der Einzelhändler liegt der Bestand sogar bei bis zu 60 %.
Die unabhängigen Modehändler haben in den letzten Monaten in der Frühjahrs- und Sommersaison mäßige Umsätze erzielt. Laut der Branchenorganisation Fashion Union und dem Unternehmernetzwerk Unizo schätzen sie die kommenden Umsätze in der gleichen Größenordnung ein.
Einzelhändler enttäuscht vom E-Commerce
Die SSV-Saison bleibt eine wichtige Zeit des Jahres für den Einzelhandel, aber die selbständigen Geschäftsleute sind enttäuscht, wie das Neutrale Syndikat für Selbstständige (NSZ) feststellen muss. Die großen E-Commerce-Plattformen mit ihren ganzjährigen Rabatten machen den Einzelhändlern zu schaffen.
Ein zweites Problem ist der Druck, der von Einkaufszentren am Stadtarand ausgeht. "Für die Kunden wird es immer schwieriger, in die Stadtzentren zu kommen, weshalb sie lieber in Einkaufszentren einkaufen. Die Politik sollte eine zweigleisige Politik verfolgen, um den Einzelhandel in den Innenstädten zu fördern und zu entwickeln und gleichzeitig die Zahl der Geschäfte außerhalb der Städte zu begrenzen,“ so NSZ-Sprecher Cédric Tack gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga.
