Belgiens Wissenschaftsministerin Vanessa Matz, auch zuständig für digitale Angelegenheiten, hat offiziell eine Bewerbung für eine Fabrik für Künstliche Intelligenz (KI) in Belgien eingereicht, berichten die Wirtschaftszeitungen L'Echo und De Tijd am Dienstag. Die Bewerbung ist Teil des InvestAI-Programms, das darauf abzielt, die Europäische Union mit hochmoderner Infrastruktur im Bereich KI auszustatten.
Belgien bewirbt sich als Standort für eine EU-geförderte KI-Gigafactory
Mit Unterstützung der Länder und Regionen reichte Ministerin Vanessa Matz die belgische Bewerbung bei der Europäischen Kommission ein, um eine KI-Fabrik (AIF) in unserem Land zu errichten, d. h. eine Ebene zwischen einer einfachen KI-Antenne und einer großen Fabrik (Gigafactory).
Der belgische Vorschlag sieht zwei Standorte vor, einen auf jeder Seite der Sprachgrenze, die im Tandem arbeiten und "miteinander verbunden" sein sollen. Dabei handelt es sich um den Green Energy Park in Zellik (Flämisch-Brabant) und um einen Standort in Charleroi (Provinz Hennegau). Dabei könnte es sich um das wallonische Forschungszentrum Cenaero handeln, das bereits über einen eigenen Supercomputer verfügt.
Belgien ist zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Kandidat für einen Gigafactory im industriellen Stil - der Giga-Investitionen erfordert. "KI ist eine ebenso große Transformation wie das Internet vor 30 Jahren. Wenn wir die Kontrolle über unsere digitale Zukunft behalten wollen, müssen wir an Bord kommen,“ betont Vanessa Matz: “Das flämische Institut imec und das wallonische Forschungszentrum Cenaero arbeiten eng an der technischen Ausarbeitung des Projekts zusammen", verlautet dazu aus dem Kabinett der Ministerin.
Falls das Projekt ausgewählt wird, werden die Kosten für das belgische AIF auf 80 Mio. € geschätzt, wovon die Hälfte von Europa bezuschusst würde. Eine Entscheidung wird für September dieses Jahres erwartet.
