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Wirtschaft

Jeder dritte kontrollierte Betrieb in Limburg begeht Sozialbetrug

Jeder dritte in diesem Jahr kontrollierte Betrieb in der belgischen Provinz Limburg hat sich des Sozialbetrugs schuldig gemacht. Dabei handelt es sich vor allem um Schwarzarbeit. In den vergangenen sechs Monaten führten die Inspektionsdienste fast 900 Kontrollen durch. 

Martina Luxen
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Die Zahlen stammen aus einer breiteren Kampagne der belgischen Regierung gegen Sozialbetrug – darunter fallen etwa Leistungsbetrug, Sozialdumping und Schwarzarbeit. In der ersten Jahreshälfte 2024 führten die Inspektoren fast 900 Kontrollen in Limburg durch, vor allem in der Bau-, Gastronomie- und Schönheitsbranche. In einem Drittel der Fälle wurden Verstöße festgestellt, hauptsächlich wegen Schwarzarbeit.

Toleranz gegenüber Schwarzarbeit wächst

Eine Umfrage des Inspektionsdienstes zeigt, dass sich die Einstellung gegenüber Sozialbetrug in Belgien verändert. Während Bürgerinnen und Bürger kritischer werden, wächst bei Unternehmern die Toleranz gegenüber bestimmten Betrugsformen.

Die Studie befragte 1.501 Bürger, 735 Unternehmer und Selbstständige sowie 332 Sozialinspektoren. 48 Prozent der Bürger halten systematische Schwarzarbeit für inakzeptabel – 2022 waren es noch 42 Prozent. Bei Unternehmern hingegen finden 22 Prozent Schwarzarbeit im größeren Stil akzeptabel – 2019 waren es noch 13 Prozent.

Investitionen und Meldestelle

„Sozialbetrug ist eine Katastrophe für unsere soziale Sicherheit. Er verhindert einen fairen Arbeitsmarkt und verzerrt den Wettbewerb“, kommentiert Flanderns Minister für Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung, Rob Beenders: „Wer betrügt, stiehlt Mittel von jenen, die wirklich Anspruch darauf haben. Es ist entscheidend, dass alle korrekt beitragen und Unterstützung nur den Bedürftigen zukommt.“

Die flämische Regierung will daher in den kommenden Jahren zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um Sozialbetrug zu verhindern und zu bekämpfen. „Ich werde in die sozialen Inspektionsdienste investieren – sowohl in Personal als auch in Technologie. Sie spielen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Betrug“, so Beenders.

7.231 Meldungen bei der Meldestelle für fairen Wettbewerb

Im Jahr 2024 gingen 7.231 Meldungen bei der Meldestelle für fairen Wettbewerb ein. „Diese Meldestelle möchte ich stärker in den Fokus rücken. Sie ermöglicht es Bürgern, Unternehmen und Sozialpartnern, Verdachtsfälle zu melden. 2025 wird sie umfassend modernisiert, um Missbrauch leichter zu melden und schneller zu handeln.“

Es gehe nicht darum, eine Hexenjagd zu veranstalten oder Unternehmen sofort zu bestrafen, betont der Minister. „Wir setzen auf klare Regeln und Aufklärung – denn oft wissen Unternehmen bei der ersten Kontrolle gar nicht, dass sie gegen Vorschriften verstoßen. Sie bekommen dann die Chance, ihren Fehler zu korrigieren.“

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