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Geleaste Fahrräder erobern die belgischen Straßen

Das Fahrrad erobert die belgischen Straßen in rasantem Tempo, nicht nur als Freizeitvergnügen, sondern zunehmend als vollwertige Alternative zum Auto. Eine wichtige treibende Kraft hinter diesem Trend ist das Fahrradleasing: Eine Formel, bei der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam in hochwertige Fahrräder investieren, ohne den vollen Kaufpreis im Voraus aufbringen zu müssen. Der aktuelle Bericht des belgischen Mobilitätsverbands Traxio - TRAXIO VELO - zeigt, dass Fahrradleasing im Jahr 2024 keine Nische mehr ist, sondern ein vollwertiger Pfeiler unserer Mobilitätsgesellschaft.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Fahrrad-Leasing in Zahlen

Immer mehr Leasing-Räder auf der Straße: Nicht weniger als 166.796 Leasing-Räder sind bis Ende 2024 in Belgien unterwegs, davon 52.278 allein in diesem Jahr neu veröffentlicht.

Elektrounterstützung dominiert: Vier von fünf Leasingrädern haben eine Elektrounterstützung; das Segment E-City/Tour macht 52 % der Flotte aus.

Starkes Wachstum im Jahr 2025: E-City-/Tourenräder legten im ersten Halbjahr 2025 um 54 % zu, Speed-Pedelecs um 13 % und Renn-/Gravelbikes um 15 %.

Anteil des Leasings am Gesamtumsatz: Schätzungsweise 40 % aller in Belgien verkauften neuen Fahrräder sind geleaste Räder, was das Leasing zu einem starken Motor für die Fahrradindustrie und den lokalen Einzelhandel macht.

Finanzielle Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Fahrradleasing als Ergänzung zum Bruttolohn bietet Arbeitnehmern eine steuerlich attraktive Alternative zum Firmenwagen. Man spart leicht 20 bis 70 % im Vergleich zum Privatkauf, zahlt keine Sozialabgaben und profitiert von einer entsprechenden Versicherung, Wartung und Pannenhilfe in einem Paket. Seit der Einführung der Fahrradpauschale am 1. Mai 2023 erhalten radfahrende Arbeitnehmer in Belgien mindestens 0,29 € pro Kilometer (max. 40 km) steuerfrei. Viele Arbeitgeber zahlen sogar bis zu 0,36 €/km steuerfrei, was einen Nettobonus von bis zu 3.610 € pro Jahr ergeben kann.

Für Arbeitgeber ist das Fahrradleasing budgetneutral und voll steuerlich absetzbar. Die Leasinggesellschaft wird weitgehend entlastet, während sich die Unternehmen als umweltbewusste Arbeitgeber profilieren. Investitionen in Fahrradabstellplätze, Duschen und Schließfächer machen den Arbeitsplatz für Fahrradpendler noch attraktiver.

Auswirkungen auf Mobilität und Wirtschaft

Fahrradleasing trägt zudem zu einer erheblichen Mobilitätsverlagerung bei: Die Fahrradnutzung im Berufsverkehr ist in Belgien in fünf Jahren um 35 % gestiegen. Doch das Mobilitätsbudget der föderalen Verkehrsbehörde hat noch Lücken: 77 % der Beschäftigten geben es vor allem für Übernachtungen aus, während der Schwerpunkt auf nachhaltigen Verkehrsmitteln liegen sollte. TRAXIO VELO setzt sich daher für ein verbindliches Mindestbudget für nachhaltige Verkehrsmittel ein, damit das Wachstum ungebremst weitergeht.

Wirtschaftlich gesehen liefert der Fahrradsektor positive Zahlen: von der Infrastruktur über die Produktion bis hin zum Fahrradtourismus und den Dienstleistungen. 

Regionale Unterschiede in der Fahrradnutzung

Laut dem belgischen Verkehrsministerium haben rund 52 % aller Flamen ein Fahrrad ohne elektrischen Antrieb zumindest an einigen Tagen pro Jahr genutzt. 40 % aller Flamen haben zumindest einige Male pro Jahr ein elektrisches Bike genutzt. In der Wallonie haben nur 11 % der Einwohner ein Rad an einigen Tagen pro Jahr genutzt, aber 22 % der Besitzer eines E-Bikes nutzten dies mehrere Tage im Jahr.  

In Flandern nutzen nur 29 % der Einwohner nie ein Fahrrad. In der Wallonie geben 72 % der Bürger an, nie Fahrrad zu fahren und in der Region Brüssel-Hauptstadt steigen 68 % der Einwohner nie aufs Fahrrad. Rund 21 % der Flamen nutzen ihr Fahrrad für alles: Arbeitsweg, Einkaufen, Sport und Erholung oder Besuche von Bekannten und Verwandten.  

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