Die Katholische Universität Löwen (KU Leuven) hat vor einigen Tagen das neue „BioScience Centre“, ein modernes und nachhaltiges Gebäude, eingeweiht. Ab Mitte 2026 wird es 500 Forscher beherbergen, die derzeit über die Stadt und den Arenberg-Campus verstreut sind.
Labore, Büros, aber auch Wohnen - Das neue „BioScience Centre“ der Uni Löwen (KU Leuven) bringt 500 Forscher unter einem Dach zusammen
Die Arbeiten am neuen „BioScience Centre“ an der Celestijnenlaan im Löwener Oretsteil Heverlee begannen im Jahr 2021 und umfassen eine Gesamtinvestition von 69 Mio. €. Zwei Fußgängerbrücken und ein Tunnel werden das „BioScience Centre“ mit den Gebäuden von „Leuven Chem&Tech“ und „Leuven NanoCentre“ verbinden. Damit wird das Zentrum eine zentrale Rolle im Wissenschaftspark Arenberg einnehmen.
Die Einweihung ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung und Erneuerung der biowissenschaftlichen Infrastruktur der KU Leuven. Auf einer Fläche von mehr als 30.000 Quadratmetern, verteilt auf 14 Stockwerke, beherbergt das Gebäude 7.900 Quadratmeter moderne Laboratorien, sowie Büros, Labore, ein Auditorium, eine Cafeteria und mehrere Wohnräume. „Das Gebäude ist nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch ein Ort der Begegnung“, so der scheidende KUL-Rektor Luc Sels: „Forscher aus verschiedenen Disziplinen treffen sich hier zum Wissensaustausch in offenen ‚Wohnräumen' und Etagen."
Fossilfreie, nachhaltige Techniken
Das Gebäude ist nach Angaben der Universität führend bei der Verwendung fossilfreier, nachhaltiger Techniken für Heizung, Kühlung und Lüftung. Einige Laborräume müssen das ganze Jahr über gekühlt oder beheizt werden und eine gute Belüftung ist ebenfalls wichtig. Die Ausrichtung des Gebäudes trägt dem Einfluss der Sonne Rechnung. An der Südseite wurden energietechnisch funktionale Außenjalousien angebracht und die Luft für die Belüftung wird von der kühleren Nordseite des Gebäudes angesaugt.
Dank der intelligenten Steuerung der beiden Wasser/Wasser-Wärmepumpen mit Wärmerückgewinnung in Kombination mit drei reversiblen Luft/Wasser-Wärmepumpen, einem BEO-Wärmepumpenfeld mit 94 Erdwärmebohrungen und zwei Rückkühlern wird der Energieverbrauch des Gebäudes das ganze Jahr über auf ein Minimum reduziert und es werden keine fossilen Brennstoffe verbraucht.
Klimaneutral
Da die KU Leuven Ökostrom bezieht, ist die gesamte Energieversorgung des Gebäudes praktisch klimaneutral. Der Lüftungsraum befindet sich im siebten Stock, in der Mitte des Gebäudes, so dass kleinere Lüftungskanäle und weniger Ventilatorenergie für die Luftzirkulation im Gebäude benötigt werden. Das Gebäude ist außerdem mit Sonnenkollektoren, Regenwasserrückgewinnung und großzügigen unterirdischen Fahrradstellplätzen ausgestattet.
„Mit dem ‚Leuven BioScience Centre‘ investieren wir nicht nur in die Forschung, sondern auch in das Wohlbefinden und ein lebenswertes, nachhaltiges Arbeitsumfeld", sagt der Vizekanzler der KUL-Gruppe Wissenschaft und Technologie, Gerard Govers, der auch für die Nachhaltigkeitspolitik zuständig ist: „Die Flexibilität des Gebäudes ist ebenfalls ein nachhaltiger Vorteil: Die Architektur berücksichtigt, dass sich die Bedürfnisse ändern können. Das Gebäude ist darauf vorbereitet."
