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Von 50 auf 90 Cent für eine halbe Stunde: Parken in Brüssel-Stadt wird fast doppelt so teuer

Das Parken in Brüssel-Stadt wird ab September fast doppelt so teuer. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist diese Preiserhöhung logisch und entspricht den Tarifen der regionalen Agentur Parking.Brussels. Die Preiserhöhung gilt für alle Parkzonen auf dem Gemeindegebiet der Stadt Brüssel, wie die regionale Nachrichtenplattform BRUZZ dazu meldet.

Andreas Kockartz
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Für eine halbe Stunde Parken in Brüssel-Stadt zahlt man aktuell 50 Cent. Ab September werden 90 Cent fällig sein. Für die, die ihr Auto 4 Stunden abstellen wollen oder müssen, erhöht sich der Preis von 11 € auf 20,50 €. „In der Praxis wird es doppelt so teuer sein, aber wir passen unsere Tarife an die von Parking.Brussels an, also an die regionalen Tarife", sagt Anaïs Maes (Vooruit, niederländischsprachige Sozialisten), Stadträtin für Mobilität in der Gemeinde Brüssel-Stadt: "Eigentlich hinken wir da noch hinterher. Jetzt gleichen wir unsere Tarife denen der gesamten Region Brüssel-Hauptstadt an. Das hat mehr Sinn."

Brüsseler Haushalt

Der Stadträtin gibt auch zu, dass die Maßnahme ergriffen wird, um die Stadtkasse zu füllen. Der Haushalt 2025 ist zwar ausgeglichen, aber die Stadt muss 100 Mio. einsparen: "Der Haushalt ist eine sehr schwierige Aufgabe und jedes bisschen hilft. Wenn wir mit der Parkraumbewirtschaftung auch dort einen Beitrag leisten können, ist das eine gute Sache."

Unverständnis

Die Maßnahme stößt natürlich nicht überall auf Verständnis. Eine Brüsselerin sagte gegenüber BRUZZ: "Schrecklich, so können wir nicht mehr leben. Wenn man ins Kino geht, muss man für das Parken das 2,5-fache des Preises für die Kinokarte bezahlen." Der Anstieg der Parkplatzpreise ist auch für viele Händler in der Innenstadt eine schlechte Nachricht und auch für Lieferanten. "Ich muss schwere Maschinen transportieren. Ich kann nicht einfach mit dem Fahrrad kommen", sagte der Handwerker Jean-Claude Diakanwa gegenüber BRUZZ: "Ich denke, ich werde Brüssel von nun an meiden." "Ich verstehe, dass die Stadt weniger Autos haben will", argumentiert Quentin Huet von der Handelsvereinigung Shopera: "Aber dann muss man erst einmal die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Leute reibungslos auf andere Verkehrsmittel umsteigen können."

Kostenloses Parken in Wohngebieten

Um den Bewohnern der Wohngebiete rund um das Fünfeck entgegenzukommen – das ist das Brüsseler Innenstadtgebiet innerhalb der Ringe, sprich die Gemeinde Brüssel-Stadt, wird das Parken auf der Straße früher am Abend kostenlos gestaltet. Ab sofort gilt dies ab 19 Uhr statt wie bisher ab 21 Uhr.  "Wir haben sehr oft von Anwohnern aus etwas weiter entfernten Wohngebieten, wie z.B. in Laken, gehört, dass sie es als sehr lästig empfanden, dass Freunde oder Verwandte noch bis 21 Uhr für einen Parkplatz bezahlen mussten. Deshalb haben wir beschlossen, dass das kostenlose Parken in Wohnvierteln bereits ab 19 Uhr gilt", so Stadträtin Anaïs Maes abschließend.

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