Bei einem Messerangriff in einem Bus in Antwerpen ist am Montag ein 76 Jahre alter Mann ums Leben gekommen, eine weitere Personen wurde verletzt. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, doch die Staatsanwaltschaft geht nicht von einem Terrorakt, sondern von einer willkürlichen Tat aus. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter sofort nach dem Angriff überwältigen.
Messerangriff in einem Linienbus in Antwerpen – Ein Toter und ein Verletzter
Offenbar ist der Verletzte eine Personen, die dem Opfer der Attacke zu Hilfe gehen wollte. Der Mann wurde dabei verletzt, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Der Busfahrer wurde mit einem schweren Schock ins Krankenhaus gebracht, ist aber entgegen ersten Meldungen nicht verletzt. Nach Zeugenaussagen sei ein Mann in der Linie 36 von De Lijn in Antwerpen plötzlich mit einem Messer auf die anderen Fahrgäste losgegangen. Der Bus war gerade auf der Ernest Claesstraat im Ortsteil Linkeroever am westlichen Ufer der Schelde unterwegs.
Die Ermittler gehen nicht von einem Terrorakt aus, sondern von einer Tat, bei der die Opfer willkürlich ausgesucht wurden. Aus Kamera-Bildern geht nach Angaben der Antwerpener Staatsanwaltschaft hervor, dass Täter und Opfer bereits zum Tatzeitpunkt im Bus saßen. Demnach ist der Verdächtige nicht plötzlich in den Bus gestiegen ist und seinen Angriff begann.
Der Verdächtige, ein 38 Jahre alter Mann, ist von einem Einsatzkommando der Polizei überwältigt worden. Medienberichten zufolge waren die Polizisten bereits auf dem Weg zu dem De Lijn-Bus, als der Täter noch nicht aktiv war. Die Polizei soll gewarnt worden sein, dass sich jemand in dem Bus seltsam verhalte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen Mordes. Über Motive des Täters ist nichts bekannt und er kannte sein Opfer offenbar nicht.
Gewerkschaften und De Lijn schockiert: „Extreme Gewalttat“
Die Verwaltung der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn verurteilte die Tat auf das Schärfste. Auch am Dienstagmorgen gab es auf der Linie 36 noch keinen Busverkehr, denn die Kollegen des betroffenen Busfahrers sind ebenfalls schockiert, heißt es dazu. Die Linie 36 ist als „Problemlinie“ bekannt, auf der es häufiger zu Zwischenfällen komme, so die Gewerkschaften bei De Lijn, doch das ÖPNV-Unternehmen tue nichts dagegen.
Unser Video unten zeigt, wie die Polizei den Täter festnehmen konnte. Lesen Sie bitte unter dem Video weiter.
Was passierte vor der Messerstecherei?
VRT NWS konnte inzwischen mehr darüber erfahren, was in den Stunden vor der Messerstecherei geschah. Gegen Mittag betrat der mutmaßliche Täter einen Lebensmittelladen, der nur wenige Kilometer vom späteren Tatort entfernt war. Er nahm zwei Dosen Red Bull aus dem Kühlschrank und weigerte sich dann, sie zu bezahlen. "Ich habe kein Geld", sagte er. Und: "Ruft die Polizei".
Dann bedrohte er einen Kunden, der ihn auf sein Verhalten ansprach. "Wo ist das Problem, willst du dich prügeln?", soll er gesagt haben. Daraufhin sei die Ladenbesitzerin noch eingeschritten und habe gesagt, dass es sich für zwei Red Bulls nicht lohne. Sie gab nachher an, dass hatte der Mann einen "seltsamen Blick in den Augen" hatte und "aufgeregt" ausgesehen haber.
Was weiß man über den Täter?
Kurz gesagt, nicht viel. Er konnte unmittelbar nach dem tödlichen Angriff in dem Bus widerstandslos verhaftet werden und wurde am Montagabend ausgiebig verhört. Sein Anwalt betont, dass sein Mandant mit den Ermittlungen kooperieren wolle. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 38-jährigen Mann georgischer Herkunft. Auch über seinen psychischen Zustand gibt es derzeit keine Informationen.

