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Flamen meiden massenhaft Nachrichten wegen ihrer übermäßigen Negativität

Noch nie haben so viele Flamen angegeben, dass sie bewusst Nachrichten meiden. Laut dem Digital News Report 2025 tun dies 64 % gelegentlich, verglichen mit 48 % bei der ersten Messung 2017. Vor allem Frauen (70 %) und Menschen mit geringem Einkommen (73 %) sagen, dass sie die Nachrichten meiden.

Andreas Kockartz
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Hauptgrund ist eine Überversorgung mit Nachrichten (62 %), gefolgt von den psychischen Auswirkungen schlechter Nachrichten (47 %). Der Professor für Medienwissenschaft Ike Picone (VUB – die flämische Freie Universität Brüssel) sieht darin einen Aufruf an die Medien, ihre Rolle als Vermittler wahrzunehmen. "In einer digitalen Umgebung ist das Angebot überwältigend. Die Menschen suchen nach einem zentralen Ort, an dem die Informationen gefiltert werden", so Picone.

Doch es gibt auch einen Lichtblick: Der Anteil der Flamen, die überhaupt keine Nachrichten mehr verfolgen, ist von 13 % im letzten Jahr auf heute 8 % gesunken. Auf der anderen Seite steigt die Zahl der Menschen, die sich nur auf eine oder auf gar keine Nachrichtenquelle verlassen, von 5 % im Jahr 2017 auf heute 16 %. Die, die kaum Nachrichten verfolgen, tun dies oft aus Misstrauen gegenüber den Medien (67 %). Eine Mehrheit dieser Gruppe verlässt sich auch auf soziale Medien (29 %) und Online-Quellen (25 %) für Nachrichten.

Im französischsprachigen Landesteil sieht das ganz anders aus: Nur 35 % der Frankophonen in Belgien (Wallonie und Brüssel) vertrauen den klassischen Medien. Picone warnt vor den Folgen eines allzu negativen Nachrichtenansatzes: "Wenn Nachrichten das Gefühl vermitteln, dass die Welt untergeht, hat das eine lähmende Wirkung". Vor allem junge Menschen bräuchten eine „Handlungsperspektive“, die sich auf Lösungen und konkrete Maßnahmen konzentriert.

Der Digital News Report ist eine internationale Umfrage, die von der Nachrichtenagentur Reuters in 48 Ländern durchgeführt wurde. In Belgien führte die VUB die Studie durch, die auf einer repräsentativen Umfrage unter 2.000 Belgiern, darunter 1.129 Flamen, basiert.

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