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Inland
Justiz

13 Jahre Haft für Anführer einer Drogenbande – Er soll die Folterung eines 17-Jährigen befohlen haben

Das Strafgericht in der ostflämischen Metropoile Gent hat den 38 Jahre alten Anführer einer Drogenbande wegen seiner Beteiligung an der Folterung eines 17-Jährigen zu 13 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Der Junge war Mitglied der Bande, wurde aber fälschlicherweise verdächtigt, einer anderen Bande einen Tipp gegeben zu haben, wo sich in einer Scheune auf einem Bauernhof in Maldegem (Ostflandern) eine Ladung Drogen befand. Insgesamt wurden 20 Mitglieder der Bande in dem Prozess verurteilt. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Im April 2022 wurde ein Jugendlicher (17) in einer Scheune in Maldegem, die zur Lagerung von Drogen genutzt wurde, gefoltert. Sein linkes Ohrläppchen und ein Stück Zah wurde ihm abgeschnitten und Sehnen an einer seiner Hände wurden durchtrennt. Das Opfer machte keine Aussage bei der Polizei und trat auch nicht als Nebenkläger auf.  Den Rücken des Jugendlichen zieren Tätowierungen, die drei Eulen und das Wort „Omerta“ darstellen. Solche Tätowierungen verweisen auf die Kultur des Schweigens innerhalb der Drogenbanden.

Die Polizei konnte die Bande dank Überwachungsaufnahmen, Hausdurchsuchungen und Handykontrollen festnehmen. Sie importierte Kokain, das sie an mehreren Orten lagerte. Diese wurden Tag und Nacht bewacht. Das 17-jährige Opfer war mit der Bewachung eines Schuppens in Maldegem beauftragt, in dem 340 kg Kokain und Schusswaffen gelagert wurden. Diese wurden bei einem gewaltsamen Raubüberfall einer rivalisierenden Bande gestohlen. Die Anführer der Bande, deren Drogen und Waffen gestohlen worden waren, glaubten fälschlicherweise, dass der 17-Jährige Informationen an diese rivalisierende Bande weitergegeben hatte und folterten ihn.

Auslieferung von den Philippinen

Im November 2022 wurden vier Personen verhaftet, nachdem die Polizei Videoaufnahmen aus der Umgebung des Krankenhauses, vor dem das Opfer abgelegt worden war, ausgewertet hatte. Der Hauptangeklagte entpuppte sich als die Person, die wahrscheinlich die Folterungen in Auftrag gegeben hatte und es wurde eine internationale Fahndungsmeldung herausgegeben. Er wurde zunächst in Dubai vermutet, aber am 17. Oktober 2023 auf den Philippinen verhaftet.

Das Gericht verurteilte ihn zu 13 Jahren Gefängnis, der höchsten Strafe, die jemals für eine solche Tag verhängt wurde. Ein weiterer Mann, der als einer der Anführer der Bande gilt, wurde zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Insgesamt wurden 20 Verdächtige verurteilt. Sie erhielten Strafen, die von Bewährungsstrafen bis zu 13 Jahren Gefängnis reichen. Die Haftstrafen von 5 bzw. 13 Jahren für die Anführer der Bande sind deutlich niedriger als die von der Staatsanwaltschaft beantragten 22 Jahre Haft.

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