Etwa 300 Polizeibeamte haben am Freitag vor dem Justizpalast in Brüssel demonstriert. Sie hatten sich dort versammelt, um ihren Kollegen zu unterstützen, der nach dem Tod des 11-jährigen Fabian in Ganshoren verhaftet wurde. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fuhr der Polizist bei der Verfolgung von Fabian, der auf einem E-Roller in einem Park unterwegs war, mehr als 40 km/h. Der Polizist hatte zudem kein Blaulicht und kein Martinshorn im Streifenwagen eingeschaltet.
Todesfall Fabian (11) – Polizistendemo zur Unterstützung für den festgenommenen Kollegen
An der Kundgebung nahmen Polizisten aus ganz Belgien teil. Die Beamten mussten jedoch zunächst eine andere Demonstranten vom Platz "vertreiben", die sich nach einem Protest gegen Polizeigewalt noch immer am Poelaert-Platz aufhielten.
Die Initiative für diese Aktion ging von der Brüsseler Polizeizone-West aus, aber auch die Gewerkschaften unterstützen die Beamten. Die Beamten räumen ein, dass die Polizei eine gewisse Verantwortung für das Drama trägt, sagen aber auch, dass es nicht notwendig war, den Kollegen zu verhaften und betonen, dass er dies auch nicht wollte.
Polizeichef: "Eine Fußfessel für diese Art von Vergehen, das habe ich noch nicht oft gesehen"
Der festgenommene Beamte gehört zur Polizeizone West. Korpschef Michel Goovaerts sagte am Freitagmorgen gegenüber dem VRT-Sender Radio 1, dass ein Teil seines Teams an der Unterstützungsaktion teilnehmen wolle. Goovaerts hat Verständnis für die Empörung seiner Kollegen: "Niemand wollte den Tod des kleinen Fabian. Die Leute vergessen manchmal, dass wir auch Mütter und Väter sind".
Die Tatsache, dass der Beamte, der das Polizeiauto fuhr, mit einer elektronischen Fußfessel überwacht wird, trifft seine Kollegen besonders hart: "Das war ein harter Schlag für die Polizei. Diese Leute haben ihre Arbeit gemacht. Sie mögen unvorsichtig gewesen sein, aber diese Verhaftung war eine große Überraschung. Unter den Kollegen herrscht das Gefühl vor: Das hätte auch mir passieren können."
Auch Goovaerts selbst war überrascht: "Ich habe eine ziemlich gute Erfolgsbilanz in meiner recht langen Laufbahn. Leute, die für diese Art von Vergehen eine Fußfessel tragen müssen, habe ich noch nicht erlebt."
