Das belgische Außenministerium verfügt nicht automatisch über Informationen über den Auslandsaufenthalt eines Belgiers (Ort, Dauer usw.), wenn dieser sich nicht bei der zuständigen Botschaft oder über travellersonline.diplomatie.be meldet. Selbst wenn sich ein Betroffener meldet, hat das Außenamt in Brüssel nicht unbedingt Informationen über seinen Aufenthaltsstatus im entsprechenden Gastland - wie z.B. in den USA, so Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés).
Deportationen nach Guantanamo: Belgien steht im Kontakt zu den US-Behörden
Der FÖD (Föderaler Öffentlicher Dienst, Begriff für Ministerium) Auswärtige Angelegenheiten arbeitet eng mit den US-Behörden sowie mit der belgischen Botschaft und den Konsulaten in den Vereinigten Staaten zusammen, um die Rückkehr der von möglicher Abschiebung nach Guantanamo betroffenen Landsleute nach Belgien zu erleichtern.
Es ist derzeit unmöglich, die Zahl der Belgier zu nennen, die sich möglicherweise irregulär in den USA aufhalten. Das Ministerium erhält diese Informationen nur, wenn die Person von den örtlichen Behörden festgenommen wird und diese beschließen, Belgien über ihre bevorstehende Abschiebung zu informieren, oder wenn der Belgier selbst seine Botschaft um Hilfe bittet, so Bundesaußenminister Prévot.
Nach Presseberichten über eine mögliche Abschiebung europäischer Staatsbürger nach Guantanamo hat sich das belgische Außenamt an die zuständigen US-Behörden, einschließlich des Außenministeriums (Foreign Affairs) und des Ministeriums für Heimatschutz (Homeland Security), gewandt, um die Situation der Belgier zu verdeutlichen und um die Bereitschaft zu einer intensiven Zusammenarbeit in dieser Frage zu bekräftigen.
