Die Staatsverschuldung ist in Belgien zum zweiten Mal in Folge angestiegen. Nach Angaben der föderalen Schuldenagentur beläuft sie sich aktuell auf 104,7 % des Brutto-Inlandsprodukts (BIP). Die Behörde ist deswegen aber nicht wirklich beunruhigt.
Die Staatsverschuldung in Belgien ist im vergangenen Jahr um 1,5 % des BIP gestiegen, ließ die föderale Schuldenagentur in dieser Woche wissen. Dieser Anstieg liegt allerdings deutlich über dem Durchschnitt in der Europäischen Union.
Bei den anderen EU-Mitgliedsstaaten ist die Schuldenlast im vergangenen in etwa gleich geblieben. Eine höhere Staatsverschuldung als Belgien haben in der Union derzeit übrigens nur noch Frankreich, Belgien und Griechenland.
Hauptgrund für diesen doch deutlichen Anstieg der Staatsverschuldung ist nach Angaben der Schuldenagentur die Zinslast auf dem bisherigen Schuldenberg. 2024 sei der Betrag, den die belgische Regierung zur Tilgung dieser Zinsen aufgewendet hat, angehoben worden.
Grund zur Sorge sieht die Agentur allerdings nicht, denn der belgische Staat habe keine Probleme damit, Mittel am Finanzmarkt zu erhalten und die Nachfrage nach Wertpapieren oder Obligationen aus Belgien liege weiterhin hoch.
Finanzen sanieren
Die föderale Schuldenagentur stellt zudem fest, dass die belgische Bundesregierung dabei sei, die Staatsfinanzen zu sanieren. Dies würden z.B. die Reformen und Einsparungen bei Renten und Arbeitslosengeldern belegen, die die Behörde begrüßt.
