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Neuankömmlinge können schon vor ihrer Ankunft in Flandern einen Integrationskurs belegen

Menschen, die im Rahmen der Familienzusammenführung oder der Arbeitsmigration nach Flandern kommen, können ab diesem Herbst einen Integrationskurs in ihrem Heimatland besuchen. Dies hat die flämische Landesregierung beschlossen. Nach und nach könnte der vorbereitende Integrationskurs zur Pflicht werden, so die Landesministerin für Integration und Eingliederung, Hilde Crevits (Foto bei einem Einbürgerungskurs in Flandern).

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Familien- und Arbeitsmigranten, die ein langfristiges Aufenthaltsvisum in Belgien beantragt haben und sich in Flandern oder Brüssel anmelden wollen, erhalten ab diesem Herbst ein digitales Selbstlernpaket. 

Die Teilnehmer können den digitalen Weg in ihrer eigenen Sprache beschreiten, ein Tutor wird die Fortschritte von Flandern aus überwachen und für Fragen zur Verfügung stehen. Derzeit ist der Kurs in 23 Sprachen verfügbar. Im vergangenen Jahr lief ein Pilotprojekt mit Teilnehmern aus Marokko, Libanon und Jordanien.

Normen und Werte

In erster Linie bietet der Kurs eine Einführung in unser Land und das Leben hier. Die künftigen Neuankömmlinge lernen unsere Rechte, Pflichten, Normen und Werte kennen. Aber es geht auch um praktische Dinge - zum Beispiel wie die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren - und um die Sprache. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen vollwertigen Sprachkurs. 

"Die Neuankömmlinge werden so ihre Selbstständigkeit erhöhen und sich leichter auf unserem Arbeitsmarkt zurechtfinden", sagt die flämische Ministerin für Integration und Eingliederung Hilde Crevits (CD&V) dazu. Die Landesregierung schätzt, dass jedes Jahr bis zu 15.000 Personen teilnehmen könnten.   

Künftig obligatorisch?

Vorerst können nur Personen, die im Rahmen der Familienzusammenführung oder der Arbeitsmigration nach Flandern kommen wollen, an dem Kurs teilnehmen. Diese beiden Gruppen machen zusammen etwa 60 % der gesamten Migration nach Flandern aus.  Für Arbeitsmigranten wird der Vorbereitungskurs auch Themen wie Arbeitsrecht und soziale Sicherheit behandeln. Für Einwanderer im Rahmen von Familiennachzug gibt es spezielle Abschnitte über Gesundheitsversorgung, Bildung aber auch über den Zugang zum Arbeitsmarkt.    

Der Kurs ist nicht obligatorisch. Es ist jedoch beabsichtigt, dass er irgendwann verpflichtend wird, so Crevits: "Ich glaube nicht, dass dies die Integration erschwert. Man kann davon ausgehen, dass die Neuankömmlinge interessiert und bereit sind, sich in unsere Gesellschaft einzubringen".

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