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Belgien: Der Bedarf an Wohnraum steigt in den kommenden 15 Jahren drastisch

In den nächsten 15 Jahren müssen in unserem Land mindestens 475.000 neue Wohnungen gebaut werden. Das hat die Großbank ING Belgien in einer Studie berechnet. Es werden vor allem mehr kleinere und erschwinglichere Wohnungen benötigt, denn unsere Familien werden immer kleiner und in vielen Haushalten leben heute Menschen alleine, heißt es dazu bei ING.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Unser Wohnungsmarkt passt immer weniger zur Zusammensetzung unserer aktuellen Bevölkerung. Das besagt eine Studie von ING Belgien. Eine alternde Bevölkerung, eine sinkende Geburtenrate und ein starker Anstieg der Zahl der Alleinlebenden werden dazu führen, dass sich diese Zusammensetzung in den nächsten 15 Jahren dramatisch verändern wird - gepaart mit einer wachsenden Nachfrage nach kleineren, zugänglichen und erschwinglichen Wohnungen. 

Der Studie zufolge besteht daher ein Bedarf an 475.000 zusätzlichen Wohnungen, sagt Alissa Lefebre, Ökonomin bei ING: „Es ist wichtig zu erkennen, dass in den kommenden Jahren nicht nur die Nachfrage nach Wohnraum steigen wird, sondern dass es auch eine deutliche Verschiebung bei der Art des benötigten Wohnraums geben wird, um dem Bevölkerungswachstum Rechnung zu tragen.“

Drei von vier über 65-Jährigen leben in Wohnungen, die für ihre Bedürfnisse zu groß sind

Während junge Familien und Alleinstehende auch in Belgien zunehmend mit Wohnungsknappheit zu kämpfen haben, scheint es, dass ein großer Teil der älteren Bevölkerung in Wohnungen lebt, die für ihre Bedürfnisse potenziell zu groß sind. Nach Angaben von Eurostat leben daher drei von vier älteren Menschen in unterbelegten Wohnungen. 

Die Zahlen zeigen einen auffälligen Kontrast: Alleinstehende über 65-Jährige verfügen im Durchschnitt über 14 % mehr Wohnfläche als ihre jüngeren Mitbürger. Paare mit mindestens einer Person über 65 leben im Durchschnitt sogar geräumiger als Familien mit einem Kind.

Auch auf die flämische Regierung warten diesbezüglich große Herausforderungen. Hier schlägt u.a. die Immobilien- und Baubranche seit einiger Zeit Alarm. Seit 25 Jahren wurde noch nie so wenig gebaut. Dies spiegelt sich in der Zahl der erteilten Genehmigungen wider.  Auch hier ist die Rede davon, dass der Wohnraum erschwinglich bleiben muss und dass die Verwaltungswege kürzer werden müssen.

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