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Inland
Politik

Mehr als 80 % der Ü55 drohen Arbeitslosengeld zu verlieren

In Belgien drohen rund 82 Prozent der arbeitslosen über 55-Jährigen ihre Arbeitslosenunterstützung zu verlieren. Grund dafür ist die von der rechtsliberalen belgischen Regierung beschlossene Einführung einer zeitlichen Begrenzung des Arbeitslosengelds auf zwei Jahre. Obwohl ursprünglich eine Ausnahmeregelung für ältere Arbeitslose vorgesehen war, erfüllt nur ein kleiner Teil die Voraussetzungen dafür.

Belga Martina Luxen
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Aktuell beziehen knapp 60.000 Menschen über 55 Jahren in Belgien Arbeitslosengeld. Da es für diese Altersgruppe erfahrungsgemäß schwieriger ist, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen, hatte die belgische Regierung eine Ausnahme von der neuen Zwei-Jahres-Grenze vorgesehen. Doch laut Arbeitsminister David Clarinval (frankophone Liberale, MR) erfüllen nur 10.586 Personen – das sind lediglich 18 Prozent – die Bedingungen für diese Ausnahme. Die Zahlen stammen von der belgischen Anstalt für Arbeit.

Voraussetzung: 30 Jahre Erwerbstätigkeit

Um weiterhin Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, müssen Betroffene mindestens 30 Jahre lang gearbeitet haben – dabei zählen sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitbeschäftigungen. Auch Zeiten von Krankheit, Invalidität oder Kurzarbeit werden angerechnet. Die letzten drei Jahre der Erwerbstätigkeit beeinflussen jedoch die Höhe der Unterstützung.

Was passiert mit den 50.000 Arbeitslosen, die weniger als 30 Jahre gearbeitet haben?

Die rund 50.000 Betroffenen, die die 30 Jahre nicht erreichen, verlieren ihre Unterstützung nicht sofort. Die Reform wird schrittweise umgesetzt: 

  • Ab 1. Januar 2026: Wegfall der Unterstützung für Personen, die seit über 20 Jahren arbeitslos sind.

  • Ab 1. März 2026: für Personen mit über 8 Jahren Arbeitslosigkeit. 

  • Ab 1. April 2026: für alle, die länger als 2 Jahre arbeitslos sind und keine Ausnahmegenehmigung erhalten.

Die Regierung hofft, dass viele dieser Personen durch den Wegfall der Unterstützung wieder in den Arbeitsmarkt zurückkehren.

Laut aktuellen Schätzungen der Verwaltung könnten bis Juli 2027 rund 35.000 über 55-Jährige tatsächlich ihre Arbeitslosenunterstützung verlieren.

Es wird erwartet, dass ein erheblicher Teil von ihnen auf Sozialhilfe angewiesen sein wird. Sozialhilfe wird von den Kommunen verwaltet und gewährt.

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