Das Niveau der Kanalisation in Flandern ist in 6 Jahren um 6 % gestiegen. Insgesamt sind jetzt 94 % der flämischen Haushalte an das Abwassernetz angeschlossen und mehr als 88 % des Wassers kann gereinigt werden. Dies geht aus den Zahlen der flämischen Umweltagentur hervor. Allerdings ist die Kanalisation nicht überall eine Option. "In ländlichen Gebieten ist dies oft eine sehr kostspielige Angelegenheit", sagte der flämische Minister für Umwelt und Landwirtschaft Jo Brouns (CD&V) dazu.
1 von 20 Gebäuden in Flandern hat immer noch keinen Kanalisationsanschluss
Die Investitionen zur Verbesserung der Wasserqualität in Flandern haben sich ausgezahlt. Die Zahl der Flamen, die nicht an das Abwassernetz angeschlossen sind, hat sich in sechs Jahren halbiert. Im Jahr 2019 waren es 12 %, heute sind es nur noch 6 %. Bei den Haushalten, die nicht angeschlossen sind und die keine eigene Kläranlage haben, landet das Abwasser noch stets ungefiltert in einem Kanal oder einem Bach. Und das ist schädlich für die Wasserqualität. Die Bemühungen der flämischen Landesbehörden bewegen sich im Rahmen der europäischen Normen. Bis 2027 soll das Wasser in flämischen Bächen und Flüssen rein sein.
Kosten oft höher als der Nutzen?
Die Erhöhung der Abwassertarife erfolgt nach umfangreichen Investitionen, auch wenn noch einiges zu tun bleibt: "Wir müssen diese Anstrengungen für eine bessere Wasserqualität in Flandern fortsetzen. Wir werden weitere 500 Mio. € in das Abwassernetz investieren. Vor allem auch, um das bestehende Netz zu entlasten", sagte Landesumweltminister Brouns. Es ist nicht evident, dass in jeder Gemeinde ein kollektiver Kanalisationsanschluss zur Verfügung steht. Manchmal sind die Kosten höher als der Nutzen, so die flämische Umweltagentur.
Zusätzliche Investitionen bleiben unverzichtbar
Doch neben neuen Abwasserkanälen sind auch Investitionen in das bestehende Netz notwendig. "Ein gut ausgebautes Abwassernetz ist für die Wasserqualität von entscheidender Bedeutung. Wenn das Netz zu stark belastet wird, laufen die Abwasserkanäle über und verschmutztes Wasser gelangt in Flüsse, Felder und in den Boden", so Brouns.
Um sich ein genaueres Bild vom Stand der Wasseraufbereitung zu machen, hat die flämische Umweltagentur erstmals die Sanierungsrate berechnet. Diese Zahl umfasst sowohl die Behandlung des kollektiven Abwassernetzes als auch die der einzelnen Kläranlagen. In Flandern liegt der Sanierungsgrad bei 88,4 %. Mit anderen Worten: Insgesamt werden also 88,4 % des Abwassers behandelt.
