Das belgische Bundesland Flandern und Frankreich haben am Montag festgelegt, was im Falle von Überschwemmungen in der grenzüberschreitenden Region de Moeren zwischen Veurne (Westflandern) und Dünkirchen (Nordfrankreich) zu unternehmen ist. De Moeren (Moëres in Französisch) sind ein Sumpfgebiet, das vollständig unter dem Meeresspiegel liegt. Das Gebiet besteht größtenteils aus künstlichen Poldern.
Grenzüberschreitendes Abkommen zwischen Flandern und Frankreich zum Umgang mit Überschwemmungsrisiken
Der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA) unterzeichnete das Abkommen am Montag in der nordfranzösische Metropole Lille zusammen mit dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot (MoDem). Das grenzüberschreitende Gebiet de Moeren/Les Moëres (siehe Karte unten) ist Teil eines europäischen Interreg-Projekts.
Eine Notpumpstation auf dem Gebiet von Veurne wird Wasser in den Nieuwpoort-Dünkirchen-Kanal einleiten. Und in Dünkirchen kann dieses Wasser über eine neue Struktur in den Kanal Exutoire weiter abgeleitet werden. Die neue Vereinbarung legt die Modalitäten für die Verwaltung und Instandhaltung dieser Infrastrukturen jetzt endlich fest.
Solide rechtliche Grundlage
Das neue Abkommen baut auf dem französisch-belgischen Vertrag von 1890 und seiner später verabschiedeten Fortsetzung von 1968 auf, aktualisiert die Vereinbarungen jedoch grundlegend. Das Protokoll legt fest, wer im Falle schwerer Überschwemmungen wofür zuständig ist, wie die Infrastruktur verwaltet und instand gehalten wird, wie im Notfall automatische Vereinbarungen ausgelöst werden und wie die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten strukturell gestärkt wird.
Der Vertrag schafft damit eine solide rechtliche Grundlage für ein zukunftsorientiertes, gemeinsames Wassermanagement in der Region. „Dieser Vertrag legt erstmals fest, wie beide Länder bei extremen Wetterereignissen und Überschwemmungen gemeinsam handeln“, sagt MP Diependaele dazu: „Er ermöglicht eine schnelle und koordinierte Entwässerung, um die Bewohner vor extremen Niederschlägen und langanhaltenden Regenperioden zu schützen.“
Die bis zu 4 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Sümpfe wurden im 17. Jahrhundert trockengelegt, doch das Gebiet ist nach wie vor hochgradig überschwemmungsgefährdet. Dies war auch im November 2023 und im Frühjahr 2024 wieder der Fall (Foto oben). Flandern und Frankreich mussten damals ohne Rechtsgrundlage reagieren.
