Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat ein neues Ermittlungsverfahren gegen Influencer adil.gofast eingeleitet. Nur einen Tag nach der Verhängung eines Fahrverbots von 17,5 Jahren (!) veröffentlichte dieser ein Video, das ihn mit 170 km/h durch den Belliardtunnel in Brüssel zeigt.
Influencer ignoriert 17,5 Jahre Fahrverbot und rast mit 170 km/h durch Tunnel: neues Verfahren eröffnet
Am Mittwoch wurde der unter dem Pseudonym adil.gofast bekannte Influencer zu einem der längsten je verhängten Fahrverbote in Belgien verurteilt: insgesamt 17,5 Jahre. Zusätzlich legte das Gericht ihm eine Geldstrafe von über 25.000 Euro auf. Der Grund sind zahlreiche Videos, in denen er sich selbst dabei filmt, wie er in gemieteten Sportwagen – oft mit deutschen oder polnischen Kennzeichen – mit teils über 250 km/h durch Brüssels Straßen und Tunnel rast.
Bereits sechs Fahrverbote, Fahren unter Drogeneinfluss und eine Verurteilung wegen Fahrerflucht stehen auf seinem Konto. Auf Instagram folgen ihm rund 38.000 Leute.
Rücksichtslose Trotzreaktion
Doch das Urteil scheint ihn nicht zu beeindrucken: Nur einen Tag später postete der Influencer ein Video auf Instagram, das ihn in einem Audi RS6 mit 170 km/h durch den Belliardtunnel zeigt – trotz des Fahrverbots.
Auch auf Snapchat veröffentlichte er ein weiteres Video, das ihn angeblich mit seinem Auto vor dem Brüsseler Justizpalast zeigt. Die Aufnahme scheint jedoch nicht aktuell zu sein, da das Gebäude derzeit aufgrund von Bauarbeiten kaum zugänglich ist.
Ob das Tunnelvideo ebenfalls vor dem Urteil aufgenommen wurde, ist noch unklar. Dennoch hat die Staatsanwaltschaft ein neues Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Laut belgischem Recht wird ein Fahrverbot erst 30 Tage nach dem Urteil offiziell zugestellt – anschließend dauert es meist noch Monate, bis das Verbot tatsächlich rechtskräftig und durchsetzbar ist. Bis dahin darf die betroffene Person – formaljuristisch – noch fahren, solange sie keine Verkehrsregeln verletzt.
Falls jedoch bereits ein früheres Fahrverbot gegen den Mann in Kraft war, das er nun missachtet hat, drohen ihm 15 Tage bis 2 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe. Im Wiederholungsfall kann diese Strafe sogar verdoppelt werden.
