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Über Geschmack lässt sich streiten - über die Anzüge von Premier De Wever erst recht

Die Anzüge von Belgiens neuem Premierminister sorgen landesweit für Kommentare. Sogar in der Wallonie und in Brüssel sind die gediegenen, zweifarbigen Dreiteiler von Bart De Wever ins Auge gefallen. Entworfen werden diese Anzüge vom Antwerpener Herrenschneider Guy-David Lambrechts. Ob der Premier damit zum Aushängeschild für die kreative Antwerpener Fashionszene wird, steht auf einem anderen Blatt.

Martina Luxen
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Obwohl De Wever sein Amt als Bürgermeister von Antwerpen inzwischen mit dem des belgischen Premierministers getauscht hat, bleibt er mit seiner Stadt verbunden – auch in seiner Kleidungswahl.

„Zu jedem Anlass gebe ich ihm Tipps, was er am besten anzieht“, erklärt Herrenschneider Guy-David Lambrechts, der De Wevers Anzüge seit über 15 Jahren entwirft und näht.

Für die Audienz beim König empfahl er ihm gezielt einen beigefarbenen Anzug mit Akzenten in Königsblau: „Wenn man den König trifft, sollte man doch etwas Royales tragen. Mit diesen Anzügen zeigen wir, dass Antwerpen mehr zu bieten hat als die üblichen dunkelblauen Maßanzüge”, spricht der Schneider des Premiers und steckt ihn in Anzüge, die immer denselben Schnitt und eben zweifarbige Akzente zu haben schienen.

Immer solide und praktisch

Häufig arbeitet er mit zwei Farben innerhalb eines Anzugs – so lassen sich verschiedene Hosen mit derselben Jacke kombinieren, da Hosen schneller verschleißen.

Lokal einkaufen – auch bei den Anzügen

Für De Wever ist es ein klares Anliegen, dass seine Kleidung aus Antwerpen stammt. Lambrechts erinnert sich an eine Anekdote: „Als er noch Bürgermeister war, ärgerte er sich über einen Stadtrat, der in einem Interview behauptet hatte, De Wever kaufe seine Anzüge im Ausland. Daraufhin hat er deutlich betont, wie wichtig es ihm ist, lokal einzukaufen.“

Tradition, Gediegenheit, Seriosität

Laut Modepsychologin Marleen Bevers sagt De Wevers Kleidung viel über ihn selbst aus: „Er ist sehr konsequent in seinen Entscheidungen. Seine Kleidung strahlt vor allem Tradition, Gediegenheit und Seriösität aus – fast wie ein Hüter der Geschichte.“

Verpasste Chance für Antwerpens Modeimage

Gleichzeitig sieht Bevers eine verpasste Chance, wenn es um die Darstellung Antwerpens als kreative Modestadt geht. „Er nutzt Kleidung als psychologisches und strategisches Werkzeug, aber er ist weniger ein Botschafter für den Look-and-Feel der Stadt im klassischen Sinne.“

Seine Anzüge könnten laut Bevers noch stärker mit Antwerpener Elementen angereichert werden: „Damit könnte er die Marke Antwerpen klarer transportieren. Welche Elemente das wären, hängt allerdings davon ab, wie der Premier seine Mission vermitteln möchte.“ 

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