Das Feuer auf der Mechelse Heide im Nationalpark Hoge Kempen wurde vorsätzlich gelegt. Das hat die Staatsanwaltschaft Limburg am Montag bekannt gegeben. Bei dem Brand am Donnerstagabend wurden rund 50 Hektar Heidefläche in den Gemeinden Maasmechelen und As zerstört.
Heidebrand im Nationalpark Hoge Kempen war Brandstiftung – Flandern tritt als Zivilpartei auf
„Die ersten Erkenntnisse des Brandgutachters zeigen, dass es vier Brandherde gab und dass vorsätzliche Brandstiftung vorliegt. Derzeit haben wir noch keinen Tatverdächtigen ermittelt“, erklärte Anna Degraen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Limburg.
Bereits am Freitag gab es Hinweise auf Brandstiftung. Daraufhin wurden ein Brandsachverständiger und die Spurensicherung eingeschaltet.
Zeugenaufruf
Die Polizei von Lanaken-Maasmechelen und die Staatsanwaltschaft rufen die Bevölkerung zur Mithilfe auf: „Wer am Donnerstagabend gegen 20 Uhr auf der Mechelse Heide unterwegs war und etwas Verdächtiges beobachtet hat, soll sich bitte melden“, so Degraen. Auffällig sei, dass der Brand in einem Gebiet ausgebrochen sei, das für Fußgänger und Radfahrer gesperrt ist. „Sollte es dort auffällige Bewegungen gegeben haben, wäre das besonders ins Auge gefallen.“
Flandern tritt als Zivilpartei auf
Die flämische Regierung hat angekündigt, in dem Verfahren als zivilrechtliche Partei aufzutreten. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jo Brouns (christdemokratische Partei, CD&V) erklärte: „Flandern investiert jährlich rund 500.000 Euro in Pflege und Erhalt der Natur auf der Mechelse Heide. Wenn dort mutwillig ein Brand gelegt wird, ist es nur folgerichtig, dass wir den Verursacher oder die Verursacher zivilrechtlich haftbar machen.“
Schäden für Natur und Tierwelt
Rund 50 Hektar Heidefläche wurden bei dem Brand zerstört. Laut Forstbehörde wird sich die Natur zwar langfristig erholen, doch die Auswirkungen auf die Tierwelt seien erheblich. Größere Säugetiere konnten dem Feuer meist entkommen, da sie den Brand riechen. Reptilien und bodenbrütende Vögel, die gerade in dieser Zeit ihre Nester am Boden haben, sind jedoch vermutlich in großer Zahl ums Leben gekommen.
„Wir beginnen jetzt mit der Schadensaufnahme“, so Brouns weiter: „Erste Schätzungen belaufen sich auf etwa 1.000 Euro pro Hektar, das wären rund 50.000 Euro zusätzliche Kosten pro Jahr in den kommenden Jahren, um die Schäden zu beheben und bedrohten Arten wieder Lebensraum zu bieten."
