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Inland
Justiz

Ex-Fußballkommentator Eddy Snelders drohen 5 Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs und Voyeurismus

Die Staatsanwaltschaft hat fünf Jahre Haft, davon die Hälfte auf Bewährung, sowie eine Beaufsichtigung durch das Strafvollstreckungsgericht für fünf Jahre gegen Eddy Snelders beantragt. Der 66-Jährige muss sich wegen sexuellen Missbrauchs, Exhibitionismus, Voyeurismus sowie des Besitzes von sexuellem Missbrauch an Kindern verantworten.  

Belga Martina Luxen
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Mehrere mutmaßliche Opfer äußerten sich am Montag vor dem Strafgericht in Antwerpen. Sie beklagten vor allem den massiven Vertrauensbruch sowie das völlige Fehlen von Reue seitens Snelders. Die Anwältin seiner ehemaligen Stieftochter, Manon Cop, betonte, dass diese ihren Stiefvater einst als „zweiten Papa“ betrachtete. Snelders habe sie in ihrem Zimmer heimlich gefilmt.  

In der Anhörung behauptete Snelders, er habe nur einmal gefilmt – die Kamera habe jedoch im Dunkeln nicht funktioniert, weshalb er sie entfernt habe. Zudem wird ihm sexueller Missbrauch an einem Wochenende in den Ardennen vorgeworfen, was er vehement bestreitet. „Gerade sein Leugnen und sein Interesse nur am eigenen Ruf tun besonders weh“, sagte die Anwältin der Ex-Stieftochter.

„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ – Ehefrau als unfreiwillige Türöffnerin

Der Anwalt von Snelders’ Ex-Frau Bé De Meyer beschrieb den Angeklagten als eine „Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde“-Figur. Seine Mandantin habe sich lange gefragt, wie sie diese Seite nicht erkennen konnte und ob sie nicht mehr zum Schutz anderer hätte tun können. Sie sei selbst Opfer des Voyeurismus geworden, sei aber auch Mutter, Tante, Kollegin und Stiefmutter vieler weiterer Betroffener. „Sie fühlt sich wie eine Türöffnerin, die Snelders für seinen Zugang zu seinen ‚Spielplätzen‘ nutzte“, so Anwalt Van Geert. De Meyer fordert 35.000 Euro Schadenersatz, Snelders habe bereits 13.000 Euro überwiesen.

Nachbarin brachte Fall ins Rollen

Auch eine Nachbarin von Snelders sagte vor Gericht aus – ihre Anzeige hatte die Ermittlungen ausgelöst. Snelders soll sich mehrfach vor ihr und ihren Töchtern selbst befriedigt und sie mehrfach unsittlich berührt haben. Sie bereute, nicht früher zur Polizei gegangen zu sein.

Auch Prominente unter den Betroffenen

Die Moderatorin Martine Prenen (61) äußerte sich ebenfalls und kritisierte, dass „etwas Geld nicht alles wiedergutmacht“. Besonders störend sei seine völlige Schuldabstreitung. Prenen wurde in einem Chalet in den Ardennen mit einer versteckten Kamera gefilmt. „Dieses Haus war sein Trojanisches Pferd“, so ihre Anwältin.

Therapie statt Rache – Stimmen der Opfer

Mehrere Betroffene bezeichneten Eddy Snelders als psychisch krank, der eine Therapie brauche – sowohl zu seinem eigenen Wohl als auch zum Schutz seiner Opfer. Seine andere Stieftochter Nele Somers erklärte: „Ein Mensch ist nicht nur sein schlechtestes Verhalten. Ich fordere keine Entschädigung – es genügt mir, dass ich und meine Angehörigen als Opfer anerkannt wurden.“

Der Angeklagte bat die Opfer um Entschuldigung

Am Ende der Gerichtsverhandlung ergriff Eddy Snelders selbst das Wort: „Ich war jahrelang außer Kontrolle. Ich habe sie nicht als Opfer gesehen. Dafür empfinde ich tiefe Reue. Ich bin verantwortlich. Ich habe das alles allein getan, und ich muss auch allein die Verantwortung dafür übernehmen. Ich hoffe, dass ich eines Tages mit all jenen, die ich verletzt habe, wieder ein Wort reden kann.“

„Ich konnte nicht dagegen ankämpfen. Ich bin schon 1977 schwer abgestürzt (damals wurde er bereits verurteilt), und es ging einfach weiter. Ich hatte keine Kontrolle, und es wurde auch nie darüber gesprochen.“

„Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen. Ich kann nur an mir selbst weiterarbeiten. Aber es tut weh, wenn Menschen sagen, es tue mir nicht leid.“

Er betonte, dass er inzwischen endlich die richtige therapeutische Hilfe gefunden habe: „Sie dürfen mir lebenslange Therapie auferlegen – ich verdiene das.“

Zum Schluss drehte er sich zu den Opfern um und bat um Entschuldigung.

Das Gerichtsurteil wird am 23. Juli verkündigt.

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