Zum Hauptinhalt springen

"De Stemming": Mehr als die Hälfte der Belgier hält russischen Angriff auf NATO-Staat für wahrscheinlich

Mehr als die Hälfte der Belgier hält einen militärischen Angriff Russlands auf ein NATO-Mitglied für wahrscheinlich. Das geht aus der aktuellen Ausgabe von De Stemming hervor, einer groß angelegten Umfrage im Auftrag von VRT NWS, De Standaard und RTBF. Die Belgier zeigen sich angesichts der Kriege in der Ukraine und in Gaza zunehmend beunruhigt über die internationale Sicherheitslage.

Belga Martina Luxen
Veröffentlicht:

Die Umfrage wurde im März 2025 von der Universität Antwerpen und der Université Libre de Bruxelles durchgeführt.

Auf die Frage: „Was ist Ihrer Meinung nach das größte Problem, mit dem die Welt derzeit konfrontiert ist?“, antworteten die Befragten in Flandern, in der Wallonie und in der Region Brüssel-Hauptstadt ähnlich.

Internationale Sicherheit an erster Stelle 

Demnach gaben 43 Prozent der Flamen, 47 Prozent der Wallonen und 39 Prozent der Brüsseler an, sich am meisten über die internationale Sicherheitslage Sorgen zu machen. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine – inzwischen über drei Jahre her – wächst die Angst, dass Moskau sich nicht mit der Ukraine begnügen wird.

Russland als Bedrohung für NATO – in der Wallonie mehr gefürchtet als anderswo 

53 Prozent der Flamen, 58 Prozent der Wallonen und 52 Prozent der Brüsseler halten einen russischen Angriff auf ein NATO-Mitglied für „wahrscheinlich“ oder „sehr wahrscheinlich“. Besonders viele Wähler der Parteien Vooruit (Sozialdemokraten) und Open VLD (Liberale) teilen diese Sorge. Bei CD&V (Christdemokraten) hingegen ist das Vertrauen größer, dass es nicht so weit kommt.

Weniger Sorge um direkten Angriff auf Belgien 

Was eine militärische Invasion in Belgien selbst betrifft, zeigen die Befragten sich gelassener: 58 Prozent der Flamen, 52 Prozent der Wallonen und 59 Prozent der Brüsseler halten das für „wenig wahrscheinlich“. Nur 16–23 Prozent sehen es als realistische Bedrohung. Besonders besorgt über einen Angriff auf Belgien zeigen sich Wähler von Vlaams Belang (Rechtsextremisten) und PVDA (Linksextremisten).

Stark gestiegene Aufmerksamkeit für globale Themen 

Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein drastischer Wandel: Damals nannte nur 1 Prozent der Befragten spontan ein Thema aus dem Bereich „internationale Sicherheit“.

24 Prozent der Flamen gaben an, sich über die internationale politische Führung Sorgen zu machen – etwa über Figuren wie Donald Trump oder Wladimir Putin, die die globale Ordnung erschüttern. Dieses Unbehagen ist in Flandern deutlich ausgeprägter als in der Wallonie oder Brüssel.

Klimathema zurück, Migration verliert an Bedeutung

Auffällig ist auch, dass das Thema Klima und Umwelt wieder an Bedeutung gewinnt: 16 Prozent der Flamen, 11 Prozent der Wallonen und 14 Prozent der Brüsseler machen sich darüber Sorgen. Im Vorjahr lag der Wert in Flandern bei lediglich 3 Prozent.

Der einst dominante Themenbereich Migration ist stark zurückgefallen: 2024 sahen noch 22 Prozent der Flamen darin das größte Problem des Landes. In der aktuellen Umfrage sind es nur noch 3 Prozent – in der Wallonie und Brüssel sogar nur 2  bzw. 3 Prozent. In den vergangenen Jahren gehörte Migration stets zu den Top-5-Themen bei De Stemming – nun ist es auf Platz 9 abgerutscht.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5