Die belgische Kriminalpolizei hat in enger Zusammenarbeit mit internationalen Behörden eine organisierte Bande zerschlagen, die für den Diebstahl wertvoller Brieftauben in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg verantwortlich sein soll. Bei Durchsuchungen in Vilvoorde und Rumänien konnten über 170 Tauben sichergestellt werden, der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Euro.
Internationale Bande stiehlt Brieftauben im Millionenwert – Polizei stellt über 170 Tiere sicher
Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Diebstahl in Sint-Truiden, nach dem die föderale Kriminalpolizei in Limburg die Ermittlungen übernahm. Schnell zeigte sich: Hinter den wiederholten Diebstählen wertvoller Preistauben steckt offenbar ein gut organisiertes kriminelles Netzwerk. Die Täter nutzten gezielt soziale Medien, um erfolgreiche Züchter und Renngewinner ausfindig zu machen. Fahrzeuge und Kommunikationsmittel der Bande waren so manipuliert, dass sie schwer zu orten waren.
Am 31. März schlugen die Ermittler in Vilvoorde (Provinz Flämisch-Brabant) gleichzeitig an mehreren Adressen zu. Dabei wurden rund 100 Brieftauben sichergestellt und zwei Männer im Alter von 24 und 45 Jahren festgenommen. Parallel dazu konnten in Rumänien (Foto oben), bei den Eltern eines der Verdächtigen, weitere 71 Tauben beschlagnahmt werden. Auch dort nahm die Polizei einen 40-jährigen Mann fest, der an Belgien ausgeliefert werden soll. Zwei weitere Verdächtige befinden sich noch auf der Flucht.
Die belgische Polizei wurde bei der Identifizierung der Tauben von der nationalen Taubenzüchtervereinigung unterstützt. Mittels DNA-Analyse und einem speziell organisierten Sichtungstag konnten zahlreiche Tiere ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden. Laut Staatsanwaltschaft befinden sich darunter auch Nachkommen eines Spitzentaubenpaares sowie Gewinner international renommierter Wettbewerbe wie Marseille und Barcelona.
Die Bande steht derzeit unter dem Verdacht, für mindestens 15 Diebstähle verantwortlich zu sein. Der Wert der entwendeten Tauben wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Die Ermittlungen unter Leitung eines Untersuchungsrichters dauern an
