In der Nähe des Flüchtlingslagers Jenin im Westjordanland hat die israelische Armee am Mittwoch das Feuer auf eine Gruppe von etwa zwanzig Diplomaten eröffnet, darunter ein belgischer Diplomat. Das hat der belgische Außenminister Maxime Prévot in den sozialen Netzwerken mitgeteilt. Die israelische Armee bot Entschuldigungen an und erklärte, die Delegation sei von der vereinbarten Route abgewichen.
Diplomatische Delegation mit einem Belgier im Westjordanland von israelischen Schüssen getroffen
Der belgische Außenminister Maxime Prévot (frankophone Christdemokraten Les Engagés, Foto unten) reagierte „schockiert“ auf den Vorfall und forderte „überzeugende Erklärungen“ von Israel.
Dem belgischen Diplomaten, der sich in der Gruppe befand, geht es laut dem Vizepremierminister „zum Glück gut“.
„Diese Diplomaten waren auf einem offiziellen Besuch in Jenin, der mit der israelischen Armee koordiniert worden war, in einem Konvoi von etwa zwanzig eindeutig erkennbaren Fahrzeugen“, betonte Prévot.
Die israelische Armee räumte Warnschüsse ein, nachdem Diplomaten angeblich „von der genehmigten Route abgewichen“ seien, die für einen von der Palästinensischen Behörde organisierten Besuch festgelegt worden war. Sie erklärte, sie bedauere die verursachten Unannehmlichkeiten und wolle „in Kürze mit den Diplomaten sprechen“.
Ein Sprecher des belgischen Außenministers widerlegte die Behauptung: "Die Delegation verließ die Autos und begab sich zum Eingang des Lagers. Dort haben zwei Soldaten auf sie geschossen", erklärte er.
Die Fahrzeuge der Delegation waren gepanzert und daher gut erkennbar. Der belgische Diplomat ist inzwischen nach Jerusalem zurückgekehrt, wo er im Generalkonsulat arbeitet. Der Minister hat mit ihm telefoniert.
Außenminister Prévot wird die israelische Botschaft in Belgien um eine Erklärung bitten.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte Israel auf, eine Untersuchung durchzuführen und die Verantwortlichen zu identifizieren. „Jede Bedrohung des Lebens von Diplomaten ist inakzeptabel. Israel ist Unterzeichner der Wiener Konvention und muss daher die Sicherheit aller ausländischen Diplomaten gewährleisten.“
