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Die Yser in der Nähe von Diksmuide

Ausweitung des Abpumpverbots in Westflandern: "Es ist bereits so trocken wie im legendären Sommer 1976"

Das Abpumpverbot in Westflandern wird ausgeweitet. Landwirte dürfen auch aus den Flüssen Mandel, Hertsbergebeek und aus dem Trinkwasser-Reservebecken Blankaart kein Wasser mehr abpumpen. In vier weiteren Einzugsgebieten ist dies bereits seit über einer Woche der Fall. Auch das Wasser aus dem Yser (Ijzer in NL) darf vorerst nicht mehr zur Trinkwassergewinnung genutzt werden, weil die Qualität aufgrund von „enormer Versalzung“ nicht ausreicht. 

Andreas Kockartz
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Westflanderns Provinzgouverneur Carl Decaluwé ist nach erneuten Beratungen mit der Dürrekommission und den Wassergesellschaften besorgt: „Es muss dringend genug Regen fallen und zwar an den richtigen Stellen. Denn wir erleben gerade die schlimmste Dürre seit 50 Jahren. Wir befinden uns im Zustand von 1976.“ Im Jahr 1976 war es 17 Tage lang wärmer als 30°C und es war extrem trocken. Auch damals begann die Dürre schon im Mai, genau wie jetzt. Noch nie musste ein Gouverneur von Westflandern so früh im Jahr Dürremaßnahmen ergreifen wie in diesem Jahr.

Bereits seit dem 9. Mai dürfen Landwirte kein Wasser mehr aus dem Rivierbeek (die bei Moerbrugge in den Kanal Gent-Ostende mündet), dem Heulebeek (zwischen Zonnebeke und Kuurne), der Handzamevaart (die in die Yser mündet) und dem Poekebeek (in Aalter und Ruiselede) pumpen. Hinzu kommen nach den neuen Beratungen die Mandel (zwischen Passendale und Sint-Baafs-Vijve), der Hertsbergebeek (zwischen Torhout und Wingene) und die Blankaart in Diksmuide. 

Die Blankaart ist ein Trinkwasser-Reservebecken, das mit Wasser aus der Yser gespeist wird. „In der Blankaart kommt das Problem der massiven Versalzung hinzu“, gibt der Gouverneur zu bedenken, “denn die Wassergruppe leitet kein Wasser mehr aus der Yser in die Blankaart, weil die Wasserqualität aufgrund von enormer Versalzung unzureichend ist.“ Versalzung bedeutet, dass Süßwasser durch Zufluss von Meerwasser oder durch Trockenheit und wenig Nachfluss salzig wird.

Die "Infusion" droht zu scheitern

Die Yser hängt immer noch „an der Infusion der Leie“, wie der Gouverneur vor 10 Tagen sagte. Bei dieser Infusion handelt es sich um Wasser aus der Leie, das über den Ringkanal von Gent, Brügge, Plassendale und Nieuwpoort in die Yser gepumpt wird. Doch wie lange das noch möglich ist, hängt von den Wassermengen in der Leie ab, so Decaluwé: „Diese sind ebenfalls rückläufig, die Untergrenze ist fast erreicht, und wenn der Durchfluss der Leie unter diesen Wert sinkt, wird die Infusion eingestellt. Dann müssen wir uns überlegen, was wir im globalen Poldergebiet tun können. Das wäre sicherlich keine gute Nachricht für das Becken der Yser. Es muss also ganz dringend regnen und zwar bis Ende dieser Woche.“

Die Blankaart in "Normalzustand"

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