An diesem Dienstag wird in Belgien einmal mehr gegen die Reformpläne der Bundesregierung gestreikt. Allerdings streikt „nur“ die sozialistische Gewerkschaft im öffentlichen Dienst, ACOD. Doch es ist davon auszugehen, dass viele Arbeitnehmer diesem Streikaufruf folgen, vor allem im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel.
Dienstag Streiktag: Streik im öffentlichen Dienst in Belgien gegen die Reformpläne der Regierung
Bei der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB handelt es sich hier bereits um den insgesamt 24. Streik gegen die Arizona-Regierung um Premierminister Bart De Wever (N-VA) (siehe auch weiter unten). Betroffen sind auch die regionalen Verkehrsbetriebe, wie De Lijn in Flandern, die MIVB/STIB in der Brüsseler Hauptstadt-Region und die TEC in der Wallonie. An den Flughäfen sind keine Streiks vorgesehen, wohl aber in den Häfen.
Betroffen sind dieses Mal aber auch das Justiz- und das Gefängniswesen, die Müllabfuhr - vor allem in Brüssel und in Antwerpen und wohl auch die Post (Bpost). Vereinzelt kommt es wohl auch zu Streiks im Schulwesen.
Auch dieses Mal protestiert die sozialistische Gewerkschaft ABVV, bzw. deren Ableger im öffentlichen Dienst ACOD gegen die Reformpläne der Regierung. In erster Linie richtet sich der Streik gegen die Reform im Rentensystem mit einer Anhebung des Rentenalters und langsamer steigenden Bezügen.
Doch auch die Sparmaßnahmen der Regierung De Wever sind der linken Gewerkschaft ein Dorn im Auge, denn diese würden den öffentlichen Dienst besonders stark betreffen, heißt es bei der ABVV. Die anderen Gewerkschaften, die christliche ACV und die liberale ACLVB verzichten dieses Mal auf den Streik und setzen auf den Dialog und auf Sozialverhandlungen mit der Regierung.
Am Donnerstag folgt dann die nächste Protestaktion: Der Non-Profit-Sektor wird in Brüssel demonstrieren. Der Aufruf zu demonstrieren erfolgt vor allem aus den Sektoren Pflege, Sozialhilfe, Behindertenbetreuung, Kinderbetreuung, Bildung und Kultur.
Ab Montagabend: 24-stündiger Bahnstreik
Seit Montagabend um 22 Uhr und noch bis Dienstagabend um 22 Uhr wird auch wieder bei der belgischen Bahn gestreikt. Auch hier protestieren die Gewerkschaften gegen die Reformpläne der Regierung, vor allem gegen die Rentenreform und gegen den Sozialabbau.
Die NMBS/SNCB hat einen dazu wieder einen alternativen Fahrplan erstellt und organisiert den Zugverkehr mit dem arbeitswilligen Personal. 3 von 5 IC-Zügen sollen fahren sowie rund 50 % der L-Züge. Bei den S- und P-Zügen (Zusatzzüge zu den Stoßzeiten morgens und abends) fallen wohl die meisten Fahrten aus. Bahnreisende und Pendler können sich über die App oder die Webseite der Bahn informieren.
