Flanderns öffentlich-rechtlicher Rundfunk, unser Haus VRT, stellt eine zukünftige Teilnahme am Eurovision Song Contest in Frage. Das wurde am Montag in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Der Eurovision Song Contest ist gerade erst zu Ende gegangen. Österreich hat gewonnen, aber Israel ist dank der Stimmen des Publikums beim Televoting auf den zweiten Platz gekommen. Innerhalb der VRT wird schon länger intern über einen Rückzug durch die Israel-Gaza-Problematik diskutiert.
Der flämische Rundfunk VRT stellt künftige Teilnahme am Eurovision Song Contest in Frage
Schon vor dem Eurovision Song Contest gab es aufgrund des Krieges in Gaza viele Diskussionen über die Teilnahme Israels. Doch die EBU, die den Eurovision Song Contest organisiert, besteht darauf, dass es sich bei diesem Event um eine unpolitische Veranstaltung handelt.
Laut VRT ist das schon lange nicht mehr der Fall. Unser Haus fordert volle Transparenz bei der Abstimmung im Fernsehen und wünscht sich eine gründliche Debatte über die Teilnahme Israels. „Ohne eine ernsthafte Antwort auf unsere Bedenken stellen wir unsere künftige Teilnahme in Frage“, so VRT-Sprecherin Yasmine Van der Borght.
Nächstes Jahr wird es dem französischsprachigen Sender RTBF überlassen sein, einen Kandidaten zum Song Contest zu schicken. VRT und RTBF wechseln sich jedes Jahr bei der Kandidatenwahl für Belgien ab. Die Europäische Rundfunkunion EBU (European Broadcasting Union) ist ein Zusammenschluss von derzeit 68 Rundfunkanstalten in 56 Staaten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens mit Sitz in Genf.
Der spanische öffentlich-rechtliche Rundfunk RTVE fordert eine Untersuchung des Televotings beim Eurovision Song Contest. Dabei erhielt Israel in Spanien 12 Punkte vom Publikum, während die spanische Fachjury Yuval Raphael keine Punkte gab. Israel wird der Wahlmanipulation beschuldigt. Die spanische Rundfunkanstalt fordert nun eine eingehende Analyse der Zahlen bei der deutschen Firma an, die für das Televoting zuständig ist. Israel erhielt beim Televoting die meisten Stimmen, auch aus unserem Land, belegte aber den zweiten Platz hinter Österreich.
