Zum ersten Mal überhaupt ist ein mit Autos beladener Zug in den Hafen von Ostende eingelaufen. Einige Autos - in Frankreich gebaute Toyota - werden von hier aus nach Großbritannien verschifft, während andere per Zug oder LKW in ganz Mitteleuropa verteilt werden. Von jetzt an wird ein solcher Autozug alle zwei Tage in Ostende eintreffen. "Dies ist ein historisches Ereignis, das für das weitere Wachstum und die Beschäftigung im Hafen sehr wichtig ist“, so die Verantwortlichen.
Erster Güterzug im Hafen von Ostende seit 15 Jahren: "Wichtiger Schritt zu mehr Arbeitsplätzen im Hafen"
Vor 15 Jahren traf der letzte Güterzug im Hafen von Ostende ein, damals noch mit Containern. Seitdem gab es hier es keinen Güterverkehr mehr auf der Schiene. Doch die Gleise am Tilbury-Hafenterminal waren noch da. Der Schienennetzbetreiber der belgischen Bahn, Infrabel, hat sie wieder in Betrieb genommen.
"Der Hafen Ostende hat viel investiert, um dies wieder möglich zu machen", sagte Dirk Declerck, CEO des Hafens Ostende, gegenüber VRT NWS: "Wir haben gemeinsam mit Infrabel, der Güterbahngesellschaft Lineas und unserem Kunden, dem Autohersteller, eine ganze Strecke zurückgelegt." Und dieser Kunde ist Toyota mit seinem französischen Werk in Valenciennes. Hinzu kommt als Partner der Logistikdienstleister International Car Operators (ICO) aus Zeebrügge.
"Wir wollen Ostende zu einem Hafen entwickeln, in dem Autos auf dem Seeweg, auf der Straße und seit heute auch auf der Schiene ankommen und abfahren. Alle zwei Tage wird ein Autozug aus Valenciennes eintreffen. Der Zug ist jeweils 600 Meter lang und befördert 250 Autos. Sie werden hier entladen und dann auf einen Zug, einen Lastwagen oder ein Schiff umgeladen", erklärte Hafenchef Declerck.
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Zusätzliche Arbeitsplätze
Das Entladen und Umladen der neuen Autos schafft zusätzliche Arbeitsplätze im Hafen. Und darüber freut sich die Stadträtin Charlotte Verkeyn (N-VA), die auch Präsidentin des Hafens von Ostende ist, denn Ostende ist historisch gesehen die Region mit der höchsten Arbeitslosigkeit in Westflandern: "1.000 Neuwagen können auf ein Schiff verladen werden, das nach Großbritannien fährt. Das schafft zahlreiche Schichten für Hafenarbeiter, die vorher nicht hier gearbeitet haben."
Die Reaktivierung der Eisenbahn bietet auch Perspektiven für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Hafens. "Es gibt noch großes Potenzial im Hafen, denn es gibt einen zweiten Standort mit Bahnanschluss: Plassendale", weiß Benoît Gilson, CEO von Infrabel: "Dort befinden sich ebenfalls Unternehmen und Standorte, die die Schiene nutzen können, um ihre Waren und Güter ins Landesinnere zu bringen."

