Wenn man durch die Brüsseler Gemeinde Schaerbeek spaziert, stößt man gelegentlich auf Hinweise auf Esel. In Schaerbeek fragt sich manch einer heute: „Was hat meine Gemeinde mit Eseln zu tun?“ Die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ fand in der Reihe Big City die Antwort auf diese Frage.
Warum ist der Esel das Symbol für die Menschen in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek?
Man findet die sturen und fleißigen Tiere unter anderem auf dem Colignonplein. Dort steht ein Blumenesel, der aus einem Metallgestell gebaut und mit bunten Blumen geschmückt ist. Auf einer Aufschrift darunter ist zu lesen: „Stur und fruchtbar ist die Devise von Schaarbeek. Stur wie ein Esel und fruchtbar wie die Erde, auf der die Kirschen wachsen.“ Dazu muss man wissen, dass die Kirschen, mit denen die Brauer einst in Brüssel ihr Kirschbier, das Kriek, brauten, zum Großteil eben aus Schaarbeek kamen…
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Am Haachtsesteenweg steht die Statue von Nasreddin Hoca, dem türkischen Philosophen, der rückwärts auf seinem Esel sitzt. Hoca galt auch jemand, der dem Schabernack zugeneigt war und der beim Brüsseler Fremdenverkehrsverband visit.brussels auch gerne als „kleiner Scherzkeks“ bezeichnet wird.
Auch in den Straßennamen von Schaarbeek finden sich Anspielungen auf den Esel, wie z. B. in der Josaphatstraße, die früher als Eselstraße bekannt war. Sogar einige Restaurants, wie das L'Âne Vert (Der grüne Esel) und das L'Âne Fou (Der verrückte Esel), verweisen mit Stolz auf das Tier. Als Sahnehäubchen, oder besser gesagt als Schaarbeeker Sahnehäubchen, grasen im Josaphat-Park sogar zwei echte Esel. Und dann ist da noch der Spitzname selbst: Schaarbeek, die Eselstadt.
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Die Antwort liegt weit in der Vergangenheit. Im Jahr 1136 verlieh der Herzog von Brabant den Müllern von Schaarbeek das Recht, Brüssel zu betreten. Im Mittelalter war das Herzogtum Brabant ein Feudalgebiet und Städte wie Brüssel besaßen alle möglichen Privilegien, Mautgebühren und Marktrechte, die sorgfältig geschützt wurden. Aufgrund dieses mittelalterlichen Rechts- und Machtsystems benötigten die Müller aus Schaarbeek (oder andere Handwerker oder Bauern) die Erlaubnis des Herzogs von Brabant, um nach Brüssel zu gelangen.
Doë zên d'êzels van Schoerebeik!
Da sich die Müller damals keine Pferde leisten konnten, kamen sie mit Eseln, um ihre Produkte nach Brüssel zu bringen. Später transportierten auch Gemüsehändler ihre Ernte - darunter die berühmten Schaarbeker Kirschen - über dieselbe Straße, die heutige Josaphatstraat. Dieser Weg war damals als Eselsweg bekannt. Jahrhundertelang verfügte die Gemeinde über eine bemerkenswert große Anzahl von Eseln: 1786 wurden hier 1.158 dieser Grautiere gezählt.
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Einmal - so heißt es - lebten sogar so viele Esel wie Menschen in Schaarbeek. Jeden Morgen zog eine Karawane mit schwer beladenen Eseln über das Kopfsteinpflaster nach Brüssel. Die Brüsseler wachten morgens vom Geklapper der Eselhufe auf, öffneten ihre Fenster und riefen: „Hey! Doë zên d'êzels van Schoerebeik!“- „Hei, da sind die Esel von Schaarbeek!“ Was als scherzhafter Ausruf begann, entwickelte sich zu einem Spitznamen, den die Einwohner - auch heute noch - mit Stolz tragen.
Das Esel-Chalet
Heute lebt diese Geschichte nicht nur im Straßenbild weiter. Esel finden sich nicht nur in Kunst und Namen, sondern auch im Josaphatpark selbst. Dort leben derzeit zwei Esel im Esel-Chalet und helfen bei der Pflege des Geländes - Gribouille und Camille. Die Gärtner vom Josaphat-Park lieben ihre beiden Esel… Gribouille und Camille nehmen auch an pädagogischen Projekten teil. Sie sind der lebende Beweis für die Verbundenheit von Schaarbeek mit diesem Tier.
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Fazit: Was als Scherz begann, wurde zu einer Quelle des Stolzes und der Identität. Der Esel wurde zu einem Symbol für Arbeitsmoral, Einfachheit und Verbundenheit mit der Vergangenheit. Er ist keine Karikatur, sondern ein Symbol für eine Gemeinde, die ihren Spitznamen mit Humor und Ehre trägt…
