Trotz des trockenen Frühjahrs gibt es in der Wallonie noch keinen Wassermangel. Das sagt der wallonische Umweltminister Yves Coppieters (Les Engagés). Die Wallonie bezieht ihr Wasser hauptsächlich aus Stauseen, Reservebecken und Grundwasser. Flandern nutzt mehr Oberflächenwasser und hat es dadurch aktuell schwerer.
Trockenheit und Wasservorräte: Regionale Unterschiede zwischen Flandern und der Wallonie
An mehreren Orten in Flandern ist bereits verboten, noch Wasser aus Wasserläufen zu entnehmen und es wird zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen. Nichtsdestotrotz wird das belgische Bundesland Flandern noch bis September genügend Trinkwasser haben, sagen die regionalen flämischen Wasserbetriebe.
Laut Flanderns Landwirtschafts- und Umweltminister Jo Brouns (CD&V) hat man Lehren aus der Vergangenheit gezogen und einen klaren Fahrplan erstellt, um im Falle einer weiter anhaltenden Dürre wissenschaftlich fundierte Maßnahmen zu ergreifen. „Ich folge dabei dem Rat der Wissenschaftler, die die Situation von Stunde zu Stunde beobachten und uns beraten, welche Maßnahmen erforderlich sind“, sagte Brouns in der VRT-Sendung Terzake: „Wir wollen unseren Familien unbedingt garantieren, dass weiterhin Trinkwasser aus dem Hahn fließt.“
Konkret nennt Brouns das Beispiel des Entnahmeverbots an bestimmten Wasserläufen in Ost- und Westflandern. In Ostflandern darf an 41 Stellen kein Wasser mehr abgepumpt werden, in Westflandern an vier Stellen. Das hat zur Folge, dass die Landwirte weiter fahren müssen, um Wasser zu holen, um ihre Felder zu bewässern, „zum Beispiel an der Leie“, so Brouns.
Vergnügungsschifffahrt
Für den Minister ist es selbstverständlich, dass zuerst die Vergnügungsschifffahrt auf der Leie eingedämmt wird, bevor man sich an die Landwirte wendet. „Das ist eine Form der Priorität, die man sicherlich prüfen kann“, so Brouns. Das würde bedeuten, dass die Schleusen nicht mehr bzw. weniger für den Betrieb von z.B. Sportbooten oder Motorjachten genutzt werden dürfen. Denn durch den Einsatz von Schleusen fließt zusätzliches Wasser flussabwärts ab. In der Vergangenheit wurde diese Maßnahme bei lang anhaltenden Dürreperioden schon mehrmals ergriffen.
Danone in Rotselaar stellt den Landwirten gereinigtes Abfallwasser zur Verfügung
Das Produktionswerk von Danone in Rotselaar in Flämisch-Brabant stellt den Landwirten und Gartenbauern aus der Region gesäubertes Abfallwasser zur Verfügung. Das Unternehmen teilte am Donnerstag mit, dass täglich rund 100.000 Liter Wasser zur Verfügung stehen würden. Man könne sich direkt an das Werk wenden, wenn man Wasser abholen möchte, so die Direktion.
Danone möchte der Landwirtschaft damit helfen, an trockenen Tagen Pflanzen zu gießen und Felder zu besprühen. Auch im Sommer 2022 stellte Danone in Rotselaar Abfallwasser zur Verfügung.

