Aus einer Umfrage der Wochenmagazine Knack und Le Vif ist ersichtlich, dass fast die Hälfte der Belgier bereit dazu wäre, amerikanische Produkte zu boykottieren. Bei der Befragung von 1.060 Personen wurde auch deutlich, dass Verbraucher in Belgien häufiger Marken links liegen lassen, die einen Link mit Israel haben.
Umfrage: Fast die Hälfte aller Belgier würde US-Produkte boykottieren
Der moralische Druck aus der Bevölkerung mache es den Unternehmen immer schwieriger, neutral zu bleiben, so die beiden Printmagazine Knack (niederländischsprachig) und Le Vif (französischsprachig).
Betroffen seien z.B. Unternehmen, Fast Food-Ketten und andere Gastronomiebetriebe, Kleidung und auch Lebensmittel. Man wolle nicht finanziell an der Finanzierung des Krieges in Gaza teilnehmen, sagen die einen zum Israel-Boykott und Konsumenten, die Probleme mit der US-Regierung um Präsident Trump haben, führen an, ebenso wie die USA Produkte nicht mehr zu akzeptieren.
Moralische Empfindsamkeit
Der Unternehmens-Philosoph Jochanan Eynikel vom Thinktank und Unternehmensforum Etion sagte gegenüber VRT NWS dazu: „Die Verbraucher sind moralisch empfindlicher geworden, auch bei ihren wirtschaftlichen Entscheidungen. Wir sehen einen deutlichen Trend. Die Leute denken über die Folgen ihrer Einkäufe nach. Fleisch essen geht z.B. heute nicht mehr nur um Preis oder Geschmack. Es kommt auch zu moralischen Abwägungen. Ist das noch zu verantworten?“
Die Sichtbarkeit eines Boykotts scheint dabei wichtig zu sein. Laut Eynikel sei keine Coca Cola zu trinken und auf bestimmte Modemarken zu verzichten, ein Statement: „Solche Entscheidungen können einen breiteren Einfluss haben, vor allem über die sozialen Medien.“
