Die Polizei hat am Mittwochmorgen im Rahmen einer Untersuchung zu illegalen Beschneidungen in der jüdischen Gemeinde drei Wohnungen in Antwerpen durchsucht. Seit mehreren Monaten untersucht die Staatsanwaltschaft, ob Jungen von Personen beschnitten werden, die keine medizinische Ausbildung erhalten haben. Diese Beschneidungen müssen jedoch zwingend von einem Arzt durchgeführt werden.
Drei Hausdurchsuchungen bei der jüdischen Gemeinschaft in Antwerpen: Ermittlungen in der Frage von illegalen Beschneidungen
Kristof Aerts von der Antwerpener Staatsanwaltschaft sagte gegenüber VRT NWS: "Diese Untersuchung läuft schon seit einiger Zeit. Eigentlich geht es um Personen oder Männer, die medizinische Eingriffe vornehmen, aber keine medizinische Ausbildung dafür haben. Und ganz konkret geht es natürlich um Beschneidungen. Diese werden bei und von jemandem durchgeführt, der nicht die medizinische Ausbildung hat, wie es sein sollte."
Bei den Durchsuchungen wurde Material beschlagnahmt, das bei Beschneidungen verwendet wird, z.B. Messer. Zwei Beschneider werden später verhört, so Aerts. Niemand wurde verhaftet. Die Ermittlungen begannen im vergangenen Jahr nach einer Klage eines Antwerpener Juden.
Die Dachorganisation European Jewish Association verurteilt die Durchsuchungen. Sie sagt, dass damit eine weitere rote Linie gegen jüdische Religionsführer überschritten wird.
