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Wirtschaft

Belgiens Chemiesektor kämpf mit einem Rückgang der Aktivitäten und mit Arbeitsplatzverlusten

Der belgische Chemiesektor, der 100.000 Arbeitsplätze in unserem Land stellt, hat weiterhin zu kämpfen. Das geht aus den Jahreszahlen des Sektorverbands Essenscia hervor. Drohende Handelskonflikte und Einfuhrzölle werden die Situation nicht verbessern, befürchtet man hier. Alle Indikatoren in der Chemie sind im Minus, sagt Essenscia. Im vergangenen Jahr wurden kaum 67 % der zur Verfügung stehenden Produktionskapazität genutzt. Dieser Wert ist so niedrig wie nie zuvor. 

Andreas Kockartz
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Der belgische Chemiesektor forderte am Dienstag die belgische Regierung und die europäische Instanzen dazu auf, „dringend“ konkrete Maßnahmen zur Unterstützung dieses Industriezweiges zu ergreifen. Im vergangenen Jahr gingen in den belgischen Chemieunternehmen mehr als 1.150 Arbeitsplätze verloren, nach einem Jahrzehnt des kontinuierlichen Wachstums. 

Größtes Hindernis sind nach wie vor die hohen Energiekosten. Die Gasrechnung ist hier zum Beispiel 3,5 Mal höher als in den Vereinigten Staaten. Hinzu kommen die strengen und komplexen europäischen Vorschriften, die es außerhalb des Kontinents nicht gibt und die die europäischen Chemieunternehmen über einen Zeitraum von 20 Jahren bis zu 10 % ihrer Wertschöpfung kosten. 

Nicht zuletzt sorgt die massive Konkurrenz aus China für Druck auf den gesamten Sektor - weltweit. Dort werden die Produktionskapazitäten enorm ausgebaut, was sich überall spüren lassen, besonders in Europa, so  Essenscia.

Produktionskapazitäten nicht ausgenutzt

In Belgien sank der Umsatz des Chemiesektors im Jahr 2024 das zweite Jahr in Folge auf 75 Mio. € (-0,5 % im Jahr 2024). Die Auslastung der Produktionskapazitäten ist in fast drei Jahren auf 67,4 % gesunken. Inzwischen, so Essenscia, habe die Politik die Dringlichkeit verstanden, doch es würden noch die entsprechenden Reaktionen fehlen: „Die Analysen sind gemacht, doch es erfordert politischen Mut, rum diese umzusetzen. Das muss aber jetzt passieren”, so Yves Verschueren, CEO von Essenscia.

Konkret will der Sektor, dass die Netzgebühren in Belgien, die seit Anfang des Jahres quasi verdoppelt wurden, wieder auf ein Maß gesenkt werden, dass man wieder mit den Nachbarländern konkurrieren könne und man bittet dringend um steuerliche Stabilität sowie um eine pragmatischere Herangehensweise an Genehmigungsverfahren für neue Projekte. Die Zukunft, so Essenscia-CEO Verschueren, sei nicht rosig, denn in den vergangenen beiden Jahren sei keine einzige neue Investition im Sektor angekündigt worden.

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